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Donnerstag, 10. November 2011

Der Karl-Marx-Orden - Die höchste Auszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik

Der Karl-Marx-Orden war die seit 1953 bestehende, bedeutendste Auszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik. Er wurde am 5. Mai 1953 im Rahmen des Karl-Marx-Jahres, des Jahres der 135. Wiederkehr der Geburt von Karl Marx sowie seines 70. Todestages durch den Ministerrates vom Staatsratsvorsitzenden durch den Ministerpräsidenten der DDR Otto Grotewohl in einer Stufe gestiftet. Die Staatsratsführung würdigte durch die Stiftung des Ordens das Leben und Wirken des „größten Sohnes und bedeutendsten Wissenschaftler des deutschen Volkes“ zur Verewigung seines Andenkens.

Karl-Marx-Orden, verliehen 1984, aus dem Bestand des DDR-Kabinett-Bochum
Die Vorschläge, welche zur Verleihung des Karl-Marx-Orden führten, erfolgte aufgrund von Vorschlägen von wissenschaftlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Institutionen der DDR an den Ministerrat. Diese empfahl sodann die Verleihung des Ordens durch den Präsidenten der DDR, später Staatsratsvorsitzenden.

Detailaufnahme der Interimspange
Der Karl-Marx-Orden konnte verliehen werden an Einzelpersonen, Kollektive, Institutionen, Betriebe und gesellschaftliche Organisationen in der DDR für besondere Verdienste beim planmäßigen Aufbau des Sozialismus.Später konnten auch Verbände, Truppenteile und Einrichtungen der sogenannten bewaffneten Organe für hervorragende Verdienste geehrt werden.

Insbesondere wurde der Karl-Marx-Orden verliehen:
  1. für hervorragende Verdienste vor dem ganzen deutschen Volke im Kampf um die Herstellung eines einheitlichen, demokratischen, unabhängigen und friedliebenden Deutschland, für besondere Verdienste um die Entwicklung und Stärkung der Nationalen Front des demokratischen Deutschlands
  2. für hervorragende Leistungen in der Pflege des klassischen deutschen Kulturerbes und der Gestaltung einer neuen deutschen Kultur, für die Entwicklung einer fortschriftlichen deutschen Wissenschaft und Kunst
  3. für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des planmäßigen Aufbaus des Sozialismus in der DDR; für besondere Verdienste um das ununterbrochene Wachstum und die stetige Vervollkommung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik
  4. für eine solche Tätigkeit, die hervorragende Ergebnisse in der Industrie, in der Landwirtschaft, im Verkehrswesen, im Handel und bei Erfassungs-aktionen durch staatliche und genossenschaftliche Einrichtungen, Betrieb und Organisationen gezeitigt hatte
  5. für besondere Verdienste um die Festigung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit der werktätigen Bauernschaft, um die Entwicklung der Landwirtschaft, für die Erzielung hoher Ernteerträge und hohe Ergebnisse der Viehzucht, für besondere Verdienste um die Entwicklung und Festigung der Landwirtschadftlichen Produktionsgenossenschaften
  6. für hervorragende Versuchsarbeiten, die bahnbrechend und beispielgebend für den weiteren Aufschwung der volkseigenen Wirtschaft waren
  7. für hervorragende Versuchsarbeiten, die bahnbrechend und beispielgebend für den weiteren Aufschwung der volkseigenen Wirtschaft waren
  8. für die Einführung technischer Verbesserungen und Neuerungen von staatswichtiger Bedeutung in der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion, im Verkehrs- und Nachrichtenwesen sowie für hervorragende Erfindungen auf diesem Gebieten
  9. für besonders hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Organisierung der nationalen Verteidigung, für besondere Wachsamkeit zur Sicherung des Staates und seiner Einrichtungen sowie des sozialistischen Aufbaues gegen feindliche Anschläge unter besonders schwierigen Bedingungen sowie für die herovrragende Durchführung spezieller Aufträge auf diesen Gebieten
  10. für besonders hohe Leistungen auf dem Gebiet der Gesellschaftwissenschaften, vor allem in schöpferischen, selbständigen, hochwertigen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet, insbesondere für Verdienste um die Ausarbeitung der Geschichte des deutschen Volkes und der deutschen Arbeiterbewegung
  11. für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Sozialwesens und des Gesundheitswesens, die von außerordentlich großer Bedeutung für die gesamte Bevölkerung waren, insbesondere auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung
  12. für außergewöhnlich große Verdienste in der Pflege und Förderung echter freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion, zu den anderen sozialistischen Staaten und allen friedliebenden Völkern der Welt sowie solcher Beziehungen von Angehörigen und Organisationen dieser Völker zur Deutschen Demokratischen Republik
Der Karl-Marx-Orden besteht aus einen fünfzackigen, goldumrandeten Stern von rubinroter Farbe auf einem Kranz aus Eichenblättern. Ein goldenes Medaillon in der Mitte des Sterns zeigt das Porträt von Karl Marx als Relief.
Die Rückseite ist glatt. Die Zacken des Sterns sind ebenfalls rot gehalten und mit Gold eingefasst. Getragen wurde der Orden an einer weinroten pentagonalen Stoffspange an der linken Brustseite des Beliehenen zu Tagungen, zum 1. Mai, zum 8. Mai (Tag der Befreiung), 7. Oktober (Tag der Republik) oder sonstigen besonders außergewöhnlichen Anlässen wie Staatsakte oder Festsitzungen.

Detailbeschreibung des Karl-Marx-Ordens mit Verleihungsetui:

Material "Gold 900"( Interimspange und Orden rückseitig am unterem Rand mittig mit 900 gepunzt), ohne Verleihungsnummer, Stern transparent emailliert, Nadelsysteme an Interim-und Pentagonspange mit Kugelkopfverschluß, verliehen zwischen 1965 - 1981. Danach auch mit Nadelscharnier ausgegeben.

Gewicht: Interimspange 12,12 g, Orden mit Pentagonspange 65,16 g
Maße: Interimspange B/H/T 28,70 mm x 14,02 mm x 4,59 mm, Pentagonspange B/H/T 46 mm x 44 mm x 2,5 mm, Orden mit Öse B/H/T 46,07 mm x 48,92 mm x 4,43 mm, Eichenlaub B/H 13,52 mm x 5,73 mm
Die Bänder der Interim- und Pentagonspange haben eine Breite von 26 mm.


 Maße: B/H/T 99,4 mm x 149,3 mm x 26,1 mm

Das Etui ist mit rotem, genarbten Papier beklebt und besitzt auf dem Deckel einen vertieften Golddruck.
Innen ist das Etui mit hellgrauem Fleece ausgelegt, wobei die Konturen der Pentagonspange, des Ordens, der Interimspange und der Nadelsysteme ausgearbeitet sind. Es ist ein Klappetui ohne Drücker. Das Scharnier besteht aus rotem, genarbten Papier.

Bei mehreren Orden und Ehrenzeichen wurde der Karl-Marx-Orden als höchstrangige inländische Dekoration stets am weitesten innen getragen. Kollektive, die mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet wurden, trugen diesen in gestickter Bannerform an der Fahne des Betriebskollektives.

Kollektiv-Urkunde zum Karl-Marx-Orden aus dem Bestand des DDR-Kabinett-Bochum
Die Verleihung des Karl-Marx-Ordens erfolgte auf Empfehlung des Ministerrates durch den Präsidenten der DDR, später durch den Staatsratsvorsitzenden im festlichen Akt. Die Auszeichnung verdienter Gruppen und Persönlichkeiten erfolgte dann üblicherweise anlässlich des 1. Mai (Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen) und des 7. Oktober (Tag der Republik) sowie aus besonderem Anlass. Eine Mehrfachauszeichnung war möglich. Neben dem Orden, wurde dem Beliehenen eine Verleihungsurkunde überreicht. Einzelpersonen erhielten zudem eine Prämie von zuletzt 20.000 Mark.

Aus der Verordnung über die Stiftung des Karl-Marx-Ordens vom 30. April 1953, Abgedruckt im Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik vom 5. Mai 1953, Jahrgang 1953, Nr. 57

Die Träger des Karl-Marx-Orden:
Alphabetische Übersicht

Kommentare:

  1. hallo,
    zeigt das Bild denn einen echten(gepunzten) Orden? Er sieht nämlich nicht so aus.
    Gruß

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  2. Hallo, es ist ein 333er KMO den wir direkt vom Träger mit Urkunde und Verleihungsfoto bekommen haben.
    DDR-Kabinett-Bochum e.V.

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