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Sonntag, 1. April 2012

Wie die BRD versuchte, die DDR sportpolitisch zu sabotieren...


Foto aus dem "Jahrbuch des Sports '72"- Archivbestand DDR-Kabinett-Bochum e.V.
....Ausgrenzung, Schikanen, Verleumdungen

Dem kapitalistischen Westen Deutschlands mit seinen 62 Mio. Bürgern fiel es schwer zuzugeben, dass das 16-Mio.- Volk der DDR im populären Bereich Sport seine Systemüberlegenheit gegenüber der BRD zeigen konnte. Schließlich dauerte es nach vielen Jahren innerdeutscher und internationaler Querelen bis 1972 – ausgerechnet bei den olympischen Spielen in München – der DDR zugestanden wurde, unter der „Becher-Hymne“ und ihren Nationalfarben in westdeutschen Wohnstuben wahrgenommen zu werden.

Für westdeutsche Politiker und Sportfunktionäre war die DDR schon immer ein „rotes Tuch“. Man sprach von ihr im Adenauerdeutschland als der „Sowjetzone“ oder gar Mitteldeutschland. Die Ostzone lag nach dieser revanchistischen Auffassung östlich der Oder. Die Sticheleien derWestfunktionäre waren Legion – so als 1958 in Oberstdorf bei der Siegerehrung im Skispringen (absichtlich) das Deutschlandlied abgespielt wurde. Alleine das Hissen der DDR-Fahne galt im Westen als „Störung der verfassungsgemäßen Ordnung“. So wurde schon einmal per Schere das DDR-Emblem von den Trainingsanzügen entfernt.

1960 forderte der BRD-Außenminister von Brentano Schluss mit dem innerdeutschen Sportverkehr zu machen. Der Mauerbau ließ dies Realität werden. 1965 wurde der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR als „Geheimbund eingestuft, im Sinne des KPD-Verbotes". Dies und andere Kapriolen konnte 1972 die „Becher-Hymne“ für westdeutsche Ohren nicht verhinder, Zwar wurde im Fernseher oft der Ton abgedreht – aber die Zuchauer wussten schon, was da gespielt wurde…Die BRD-Funktionäre mussten nun ihrer Bevölkerung erklären, wie die geknechteten, eingesperrten, hungernden und unglücklichen Zonis im Leistungssport um Klassen besser waren als die fröhlichen, freien – immer lächelnden Wessis… Seit dem Zeitpunkt hörte man immer mehr, die DDR-Sportler seien gedopt. Sportler in Kindesalter missbraucht und geknechtet – so sei nun mal die DDR. Diese Gehirnwäsche wirkt bis heute bei vielen nach.
Trainingsjacke des DDR Olympia-Kaders 1980 aus dem Bestand des DDR-Kabinett-Bochum
Dabei setzte die Anwendung muskelbildender anaboler Steroide Anfang der Sechzigerjahre in Ost und West gleichzeitig ein. Diese ließen sich bis Mitte der Siebzigerjahre noch nicht nachweisen. 
Anfang der Siebzigerjahre brauchte man in Ost und West stärkere Muskeln, mehr Training um international noch mithalten zu können. Bei den Schnellkraftdisziplinen gar so viele Muskeln, dass man die über die Nahrungsaufnahme oder durch das Training nicht erreichen konnte. Dabei habe der Westen (vgl. die Fälle Baumann oder Dressel) frei gedopt – während die DDR kollektiv unterstützende Mittel erhalten habe. Dass es auch in vielen westlichen Ländern flächendeckendes Doping gab, wird bis heute geleugnet, ist aber für Teilbereiche wie die US-Leichtathletik inzwischen nachgewiesen. Doch in der DDR waren die Sportler immerhin jederzeit eingeweiht und zu Stillschweigen verpflichtet. Bei Kindern waren Stimulanzien offiziell verboten. Doch spätere Prozesse zeigten, dass es Trainer gab, die dieses Verbot missachteten. 
Bedingt durch die Verlagerung des politischen Ost-West-Konfliktes auf den Nebenkriegschauplatz Leistungssport wuchs die Motivation in beiden Teilen Deutschlands zum Betrug. Der Leistungssport wurde als Mittel betrachtet, die Systemüberlegenheit zu dokumentieren, über Schwächen der beiden Systeme den Mantel des Schweigens zu legen und der eigenen Bevölkerung Nationalstolz zu vermitteln.
Heute aber öffentlich zu behaupten nur östliche Sportler hätten gedopt, ist eine unbewiesene Behauptung westlicher Siegermentalität. Hier kann man getrost davon ausgehen, dass bei dem Thema Doping -– aber nur dort – der Westen dem Osten Deutschlands mindestens ebenbürtig war.

Werner Bischoff

1 Kommentar:

  1. In October, 2011, Giselher Spitzer (university of Berlin) and Michael Krüger (university of Münster) presented a report of 500 pages accusing the authorities of FRG of having encouraged the doping. Funny detail: this report had been asked by the Federal Institute of the sport… In France, these revelations did not move the big medias…
    Quelle: http://www.letemps.ch/Facet/print/Uuid/11e6d2f6-eb98-11e0-89e5-baf6d641008b/La_RFA_%C3%A9tait_aussi_sale_que_la_RDA

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