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Montag, 19. März 2012

Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Herzlichen Glückwunsch Egon Krenz zum 75.Geburtstag !



Es grüßen Dich in solidarischer Verbundenheit – auch im Namen vieler unserer Leser – der Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V. und wünschen Dir weiterhin viel Gesundheit und Schaffenskraft.


Unser Genosse Egon Krenz ist am 19. März 1937 in Kolberg (heute Kolobrzeg, Polen) geboren worden. Im Jahre 1945, zum Zeitpunkt der Befreiung auch des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus durch die Rote Armee, stand er als Achtjähriger vor einer lebenswerten Zukunft. Das Schicksal hatte es in diesem Sinne mit ihm gut gemeint. Dennoch blieb ihm, sich in der Welt zurecht zu finden und die richtigen Entscheidungen für seinen Lebensweg selbst zu treffen.
Dazu gehörte auch der Entschluß, seine Mutter von einem Irrweg zwecks Familienzusammenführung abzubringen, und es gelang ihm, sie wieder für das Zurück in die mecklenburgische Heimat zu bewegen. Darüber schreibt er in seinem Buch „Herbst 89“: „Dort hatte ich meine Freunde, dort fühlte ich mich wohl. Obwohl die Mittel zum Leben noch kärglich waren, fühlte ich mich hier zu Hause.
Sein Lebensweg sei kurz skizziert, anders kann es hier nicht sein, denn kennenlernen läßt sich die Biographie von Egon Krenz leicht anhand seiner gesamten Publikationen, deshalb nur einige Eckdaten seiner Entwicklung: Ausbildung zum Maschinenschlosser im Dieselmotorenwerk in Rostock, seit 1953 aktives Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ), Studium am Institut für Lehrerbildung in Putbus/Rügen, Tätigkeit als Lehrer, Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei (SED) seit 1955, freiwilliger zweijährige Dienstzeit bei der NVA, danach hauptamtliche Tätigkeit im Jugendverband FDJ bis zum Sekretär im Zentralrat der FDJ, dazwischen dreijähriges Studium an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau, schließlich Vorsitzender der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“, ab 1974 Erster Sekretär des Zentralrats der FDJ. Zuvor (1972 – 1990) Mitglied der Volkskammer, 1971 bzw. 1973 – 1989 Kandidat/Mitglied des ZK der SED, 1976 – 1989 Kandidat bzw. Mitglied des Politbüros des ZK der SED und schließlich Sekretär des ZK der SED. Von Oktober bis Dezember 1989 Generalsekretär des ZK der SED, Vorsitzender des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. 1990 Ausschluß aus der SED. Mit dem Zwangsanschluß an die BRD verhaftet, verurteilt und inhaftiert, nach Haftentlassung publizistisch und konsequent die Wahrheit über die DDR verbreitend.
Man kann mit Fug und Recht sagen: Egon Krenz war und ist ein Kind der DDR, im Kindesalter schon vom gesellschaftlichen Leben des Werdens und Wachsens der sozialistischen Republik angezogen, hat er besonders aktiv in den Reihen der FDJ gewirkt, getreu dem Liedtext „Bau auf, bau auf – Freie Deutsche Jugend bau auf, für eine bessere Zukunft richten wir die Heimat auf!“ Der spätere Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, der als damals Zwölfjähriger im Fackelzug der Jugend am Abend des Gründungstages der DDR begeistert mitzog, erweist sich seitdem mit größtem Eifer als Staatsbürger der DDR. Sein immerwährendes Bekenntnis zu diesem sozialistischen Staat wurde zu seinem Markenzeichen und Lebenselixier. Jederzeit, unter welchen Umständen auch immer, ist Egon Krenz Fürsprecher und Verteidiger seines und unseres Arbeiter-und-Bauernstaates. Bis auf den heutigen Tag nutzt er jede Gelegenheit, die DDR zu rühmen – was auch das Nennen von Kritikwürdigem an ihr nicht ausschließt.
Für diesen Staat spricht er in all den vielen Zusammenkünften, auf Foren und Versammlungen gesellschaftlicher Organisationen, schreibt er in verschiedenartigen Publikationen, beantwortet er sachkundig alle möglichen und manchmal auch unmöglichen Fragen bei öffentlichen Auftritten. Er wendet sich dabei offensiv gegen jegliche Art antikommunistischer Hetze und Verleumdung, verkündet mutig die Wahrheit über das Leben in der DDR. Auch dafür sagen wir anläßlich seines 75. Geburtstages Dank. Sein Einsatz für die DDR wird auch künftig so sein, schreibt er doch in seinem „Herbst 89“: „Das letzte Wort über Entstehung, Leben, Untergang und Vermächtnis der DDR ist noch nicht gesprochen, zumal sich die Geschichte der DDR nicht auf ihr Scheitern reduzieren läßt.“
Gerade aus diesem Grunde wurde Egon Krenz verhaftet, widerrechtlich vor ein BRD-Gericht gezerrt und hinter Gitter gebracht. Das ist der Vollzug der Weisung des ehemaligen Justizministers Kinkel: „Es muß gelingen, die DDR zu delegitimieren“ und so auf Dauer zu liquidieren. Krenz wird wegen mehrfachen Totschlags, Freiheitsberaubung, Rechtsbeugung u.a. angeklagt – in Wirklichkeit soll er kriminalisiert werden; denn er gehört zu jenen, die es gewagt haben, die Macht der Kapitaleigner im Osten zu brechen und mit ihrem geheiligtem Herr-im-Hause-Status Schluß zu machen. Es geht den einstigen und heutigen Machthabern darum, dem Volk jeglichen Gedanken an die Möglichkeit eines gesellschaftlichen Fortschritts in Richtung Sozialismus auszutreiben. Wütender antikommunistischer Haß ist die Triebfeder ihrer konterrevolutionären Umtriebe. Rache an denen, sie sich aktiv für den sozialistischen Aufbau in der DDR eingesetzt haben.
Am 25. August 1997 verkündet man das Urteil: Eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten Dauer wird verhängt. Unmittelbar danach bringt man Egon Krenz aus dem Gerichtssaal in die Gefängniszelle. Wir konstatieren, daß er stellvertretend für uns alle eingesperrt wurde. Seine „Unterbringung“ in den JVAs Berlin-Hakenfelde und Plötzensee war und ist eine unverhohlene Drohung an jene, die dagegen denken, sprechen und handeln. Dennoch hat ihn unsere Solidarität im Kerker erreicht und gestärkt.
Bedenkt man, was bis dahin sein Leben ausmachte – nämlich der kräfteraubende Einsatz im Interesse des Volkes der DDR und vor allem ein Beitrag für ein friedliches Leben der gesamten Menschheit – , dann ist die aufrechte Haltung von Egon Krenz in dieser Lage verständlich und zugleich bewundernswert. Er hat viele Siege und Niederlagen erlebt, hat Höhen und Tiefen durchgestanden. Heute an seinem 75. Geburtstag kann er dennoch eine positive Bilanz ziehen. Seine Feinde, die auch unsere sind, haben ihn nicht außer Gefecht setzen können. Egon Krenz ist präsent, ist eine Person des öffentlichen Lebens, verteidigt seine Ehre und Würde – und so mobilisiert er Mitstreiter aus den Reihen der DDR-Veteranen wie auch neue Sympathisanten, nicht zuletzt unter der Jugend.
Bei allem ist Egon Krenz auf der Suche nach Antworten und grübelt über Schuld und Mitschuld an der zeitweiligen Niederlage des Sozialismus. „Wie konnte das alles geschehen? Welche Schlußfolgerungen sind zu ziehen?“ Unser Geburtstagswunsch an ihn wäre:
Du bist Dir nichts schuldig, uns auch nicht. Deshalb wünschen wir Dir Erholung von den Strapazen und Optimismus, Kräftesammlung für die nächsten Kämpfe in der Klassenauseinandersetzung mit der sozialreaktionären und antidemokratischen volksfeindlichen gegenwärtigen schwarz-gelben Regierungskoalition, Mithilfe im Kampf gegen die neofaschistischen Elemente in der BRD.
 

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