Vor einiger Zeit haben wir auf das Buch von Margot Honecker "Zur Volksbildung" vorgestellt. Werfen wir begleitend einen grundlegenden Blick auf das Bildungssystem in der DDR
Das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR wurde 1965
eingeführt. Es bestand aus organisch miteinander verflochtenen
staatlichen und betrieblichen Einrichtungen zur Bildung und Erziehung allseitig entwickelter sozialistischer Menschen.
Die neuen schulpolitischen und pädagogischen Aufgaben waren zuvor
eingehend auf der 17.Tagung des ZK der SED als auch auf dem VI.
SED-Parteitag behandelt worden. Sie lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
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| Schulbuch Physik 9. Klasse - Aus dem Bibliotheksbestand des DDR-Kabinett-Bochum |
1.) Das wissenschaftliche Niveau des Unterrichts
mußte entsprechend den Anforderungen des wissenschaftlich-technischen
Portschritts erhöht werden. Dabei wurde es erforderlich, die
pädagogische Arbeit zu intensivieren und vor allem das selbständige
Denken der Schüler zu entwickeln.
2.) Der polytechnische Unterricht an den zehnklassigen Oberschulen mußte wirksamer gestaltet werden.
3.) Alle Stufen des Bildungswesens einschließlich der Einrichtungen zur Erwachsenen-qualifizierung sollten zu einem geschlossenen, ineinandergreifenden und inhaltlich gut abgestimmten einheitlichen Bildungssystem zusammengefaßt werden. Dadurch sollte die einheitliche Organisation des Erziehungs- und Bildungsprozesses mit einem einheitlich konzipierten Inhalt verbunden werden.
4.) Die Jugend mußte in die Lösung aller wichtigen gesellschaftlichen Fragen einbezogen werden. Ihre Initiative und Bewußtheit war zu entwickeln, um klassenmäßige Kämpfer für den Sozialismus zu erziehen.
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| Schulbuch Astronomie 10. Klasse - Aus dem Bibliotheksbestand des DDR-Kabinett-Bochum |
Das Bildungssystem der DDR umfaßte das Volksbildungswesen, die Berufsausbildung, das Hoch- und Fachschulwesen sowie die Aus- und Weiterbildung
der Werktätigen. Im einzelnen gliederte sich unser Bildungssystem in
die Einrichtungen der Vorschulerziehung, die zehnklassigen
allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen (POS), die zum Abitur
führenden erweiterten polytechnischen Oberschulen (EOS), die
Sonderschulen für physisch und psychisch geschädigte Kinder, die
Einrichtungen der Berufsausbildung, die Fachschulen, die Universitäten
und Hochschulen sowie die Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung der
Werktätigen. Das Bildungssystem der DDR war so gestaltet, daß jedem
Bürger ein reibungsloser Übergang von einer Bildungsstufe zur anderen
möglich ist. Für die höheren Bildungseinrichtungen wurden unter
Berücksichtigung der sozialen Struktur diejenigen Schüler, Lehrlinge und
Werktätigen ausgewählt, die sich durch Leistung und Verhalten
auszeichnen.
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| Schulbuch ESP 10. Klasse - Aus dem Bibliotheksbestand des DDR-Kabinett-Bochum |
Der Aufbau des einheitliches sozialistisches Bildungssystem als
Gesamtheit der Bildungs- und Erziehungsinstitutionen geht auf einen Beschluß der Volkskammer der DDR von 1965
zurück. Dieser entsprach den objektiven gesellschaftlichen
Erfordernissen der DDR bei der Gestaltung der entwickelten
sozialistischen Gesellschaft. Das Bildungssystem und seine
Zielsetzung widerspiegelten den humanistischen Charakter der
sozialistischen Gesellschaft und ihr wichtigstes Anliegen — die
allseitige Entwicklung des Menschen.
Bestimmender Inhalt des einheitliches sozialistisches Bildungssystem der DDR war die sozialistische Allgemeinbildung,
die das solide Fundament für jede weiterführende Bildung, für Arbeit
und Beruf sowie für aktives, gesellschaftliches Wirken ist. Das
einheitliches sozialistisches Bildungssystem verwirklichte zugleich die
berufliche Bildung. Aufbauend auf der Allgemeinbildung, erwarben die
Mitglieder der Gesellschaft in der Berufsausbildung bzw. an den
Universitäten, Hoch- und Fachschulen eine spezielle berufliche Bildung.
Unser Bildungssystem verwirklichte schließlich die Aus- und
Weiterbildung der Werktätigen. Gestützt auf die erworbene
Allgemeinbildung und die berufliche Qualifikation, konnten sich die
Werktätigen zugleich mit ihrer beruflichen Tätigkeit neue Kenntnisse aus
Wissenschaft und Technik erwerben, die sie befähigten, mit den
wachsenden Anforderungen der Entwicklung in Gesellschaft, Produktion,
Wissenschaft und Technik Schritt zu halten.
Verantwortlich für die komplexe und koordinierte Leitung und Planung
des Bildungswesens war der Ministerrat der DDR. Minister für
Volksbildung war Margot Honecker.
Die Einrichtungen des Bildungswesens lagen in den
Verantwortungsbereichen vor allem des Ministeriums für Volksbildung und
des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen.



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