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Dienstag, 3. Juli 2012

Unsere Buchempfehlung: DDR-Realität und Hoffnung

Die rund 60 Autoren aus den verschiedensten beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen und Altersklassen ergriffen für diesen Band der Buchreihe „Spuren der Wahrheit" das Wort, weil sie der Geschichtsfälschung des Zeitgeistes über die 40 Jahre DDR entgegentreten wollten.


„Wir sind Besiegte, aber nicht Zerstörte, auch nicht Gewendete und schon gar keine Überläufer. Die Erfahrung der Niederlage ist eine bittere, aber wie jede Erfahrung eine auch nützliche. Wir haben nicht verloren, weil wir schlechter waren oder gar böser als andere, sondern weil die anderen noch stärker waren als wir. Natürlich waren sie stärker, weil wir viele Fehler machten. Auch schlimme Fehler. Jeder weiß aber: Der Sieg des Stärkeren ist nicht immer der Sieg des Besseren."



Wie in diesem kleinen Land zwischen Oder,
Elbe und Werra  gelebt, gearbeitet, geplant, gestritten, gelacht und geliebt wurde
Nun liegt es – für uns endlich! – auf dem Tisch.
Eine Mutter mit zwei Kindern, Blumen darum herum – der Ausschnitt aus Womackas Mosaikbild vom Haus des Lehrers in Berlin als Titelbild des Buches „DDR – Realität und Hoffnung".
Da sind wir zuerst einmal froh, dem berühmten Künstler, der am 18. September 2010 für immer von uns gegangen ist, noch einmal ein kleines Denkmal setzen zu können. Walter Womacka hat uns immer sehr freundlich Nachdruckgenehmigungen für einzelne seiner Bilder gewährt.
Mit seinen 485 Seiten ist der Band in der Reihe „Spuren der Wahrheit" nun sogar etwas umfangreicher geworden, als vom Autorenkollektiv geplant. Aber wem von den 70 Schreibern hätten wir absagen sollen, spüren wir doch bei jedem das Herzblut, mit dem geschrieben wurde. Gerade in diesem Jahr brannte es den Autoren unter den Nägeln, sich zur Wehr zu setzen gegen die Verteufelung unserer Deutschen Demokratischen Republik, gegen das Kapital und den von ihm beschworenen Zeitgeist, also das Wort zu ergreifen für den Staat, der trotz seiner vielen Unzulänglichkeiten und Unfertigkeiten Heimat gewesen ist.
Überwiegend sind unsere Autoren lebenserfahren, zum Teil ergraut und hochbetagt. Wir sind dankbar für die von hoher Urteilskraft geprägten Beiträge von Wilhelm Hamann, der 2010 im 105. Lebensjahr verstarb. Dankbar auch der Sängerin im Ernst-Busch-Chor, llse Kozialek, die 101 Jahre alt ist, dem 95jährigen Ingenieur und Weltenbummler Walter Ruge und dem Historiker Dr. Kurt Gossweiler, der ebenfalls auf mehr als 90 Jahre zurückblicken kann.
Aber so, wie sich in unserem Einsatz für den Erhalt des Bewahrenswerten aus der DDR zunehmend auch Jüngere beteiligen, bringen auch sie ihre Gedanken und Gefühle in unsere Anthologie ein. Und wir glauben, gerade in dieser Vielschichtigkeit der Autorengemeinde liegt der Wert und gewiss auch ein Reiz unserer Bücher. Viele Fotos, Dokumente und künstlerische Zugaben bereichern die 485 Seiten des neuen Bandes.
„DDR – Realität und Hoffnung" lautet der Titel des sechsten Buches in der Reihe „Spuren der Wahrheit", die von der Unabhängigen Autorengemeinschaft „Als Zeitzeugen erlebt" in den letzten sieben Jahren herausgegeben wurde. Dieser Publikationsreihe gingen ebenfalls sechs Bände der Unabhängigen Autorengemeinschaft „So habe ich das erlebt" in der Reihe „Spurensicherung" voraus, die von Ursula Münch im Jahre 1998 initiiert wurde.

Insgesamt kommen in diesen Publikationen mehr als dreihundert Zeitzeugen zu Wort, die sich dem kapitalistischen Zeitgeist und der Verunglimpfung der DDR entgegenstellen und engagiert für ihren Staat, die Deutsche Demokratische Republik Partei ergreifen, für die sie gelebt, gearbeitet gelitten und gestritten haben.
Als nach dem sechsten Band im Jahre 2004 eine veränderte Redaktion den „Abschluss" der Buchreihe verkündete, da meldete sich die Mehrheit der Arbeitsgemeinschaft mit der Feststellung zu Wort: Die Verhältnisse in der BRD sind nicht so, dass wir uns zur Ruhe setzen können. Die Einverleiber verunglimpfen die DDR als „Unrechtsstaat", und dagegen gilt es Front zu machen. Die Zahl der Zeitzeugen, die eine Fortsetzung der Buchreihe verlangte, verdreifachte sich. Mehrere Autoren wurden zu Multiplikatoren, gewannen neue Mitarbeiter und unterstützten auf vielfältige Weise unser Projekt. Rezensionen zu den Bänden erschienen in einer Reihe linker Zeitschriften und Zeitungen.
Immer war die Redaktionskommission bemüht, Zeitzeugen aus möglichst allen gesellschaftlichen Bereichen zur Mitarbeit zu gewinnen. Allein auf den etwa 2700 Seiten der zuletzt erschienenen sechs Bände kommen neben Arbeitern und Bauern unter anderem 9 international anerkannte Schriftsteller, 11 Künstler, Schauspieler, Regisseure und Maler, 14 Ingenieure, 6 Gewerkschaftler, 12 Offiziere, 10 Diplomaten 10 Journalisten, 16 Lehrer, 5 Sportler, 12 Wissenschaftler, 10 Ärzte, 7 Juristen und 9 Theologen zu Wort.
Wir wollen der Verleumdung, der Herabwürdigung, der Falschdarstellung und der Beleidigung der DDR-Bürger die historische Wahrheit entgegensetzen. Wir wollen, dass nicht nur deutschlandweit erfahren wird, wie in diesem kleinen Land zwischen Oder Elbe und Werra gelebt, gearbeitet, geplant, gestritten, gelacht und geliebt wurde. Ja , auch wir haben Fehler gemacht, auch in der DDR gab es Irrtümer. Aber noch nie hat es in Deutschland einer besser vorgemacht.
Dabei gibt es viel zu lernen, aus dem, was uns gelungen ist, aus dem, was wir falsch gemacht haben. Dass es zum gegenwärtigen Kapitalismus angeblich keine Alternative geben soll, das wissen wir besser. Das wird eine sozialistische Gesellschaft sein, für deren Aufbau gilt es, noch viel zu lernen. In diesem Lernprozess sollen unsere Bücher nützlich sein.
Die gleichgeschalteten Zeitgeist-Medien des kapitalistischen Systems reagieren auf unsere Buchreihe mit Totschweigen. Der Bücher-„Markt" wird beherrscht von Autoren, die die „Marktwirtschaft" befürworten oder tolerieren. Nur echte linke Medien geben uns eine Chance.
Gerlind und Horst Jäkel


DDR – Realität und Hoffnung
Horst Jäkel (Hrsg.)
ISBN 978-3-89819-343-6
488 Seiten
Art.Nr. 4343  
 GNN-Verlag

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