Foto-, Video - und Musik Seiten - Blog-Impressum

Mittwoch, 1. August 2012

1. August 1914 - Der Beginn des ersten Weltkrieges

Die Lehren aus dem 1. Weltkrieg und dem durch den Faschismus ausgelösten 2. Weltkrieg waren die Grundlagen für die Friedenspolitik der Deutschen Demokratischen Republik.

Am 1. August 1914 erklärte Deutschland an Russland den Krieg. Am 3. August folgte die Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich. Am 4. August überfielen deutsche Truppen unter Bruch der Neutralität und des Völkerrechts Belgien. Am gleichen Tag trat England in den Krieg gegen Deutschland ein. Damit war der erste Weltkrieg Wirklichkeit geworden.

Es war dies der erste hochtechnisierte Krieg in der Menschheitsgeschichte. Zum ersten Mal wurden Massenvernichtungswaffen in einem bisher nie dagewesenen Umfang eingesetzt. Neue Waffen wie Tanks und Flugzeuge und vor allem Giftgas führten die Schrecken einer Vernichtungsstrategie vor Augen, wie man sie bis dahin nicht gekannt hatte. Die Bilanz dieses Völkermordens auf dem europäischen Kontinent waren 8 Millionen Gefallene und 19 Millionen Verwundete. Verwüstete Landschaften und zerstörte Städte, eine ruinierte Wirtschaft, Not und Elend in allen Ländern Europas waren das Ergebnis einer verantwortungslosen Politik.

Die Frage nach den Kriegschuldigen wurde schon während des Krieges gestellt. Da meinten die einen, es wäre das Attentat auf den österreichischen Thronfolger im bosnischen Sarajevo, andere waren der Ansicht, es wäre ein Krieg zur Verteidigung des Vaterlandes. In Wahrheit war es ein imperialistischer Krieg, in dem es wie auch später im zweiten Weltkrieg und so auch heute bei den Kriegseinsätzen der Bundeswehr und der anderen NATO-Staaten um handfeste ökonomische Interessen der herrschenden Klassen ging.

Das kaiserliche Deutschland, das bei der Aufteilung der Welt zu spät gekommen war, wollte vor allem den Einfluss des englischen Imperialismus in Europa, Afrika und im Nahen Osten brechen und seine eigene Vorherrschaft aufrichten. Aber auch die anderen imperialistischen Staaten verfolgten ihre Kriegsziele. Sie waren nicht nur bestrebt, eine Neuaufteilung der Welt zu verhindern, sondern trachteten danach, durch den Krieg ihre Anteile an der Beherrschung der Welt zu vergrößern.

Die klassenbewussten Arbeiter hatten sich große Verdienste im Kampf gegen den Militarismus und die Kriegsgefahr erworben. Von August Bebel stammte die Losung: „Diesem System keinen Mann und keinen Groschen", und noch im Juli 1914 erklärte der Parteivorstand der SPD: „Die herrschenden Klassen, die euch im Frieden knebeln, verachten, ausnutzen, wollen euch als Kanonenfutter missbrauchen. Überall muss den Machthabern in den Ohren klingen: Wir wollen keinen Krieg! Nieder mit dem Kriege! Hoch die internationale Völkerverbrüderung!"

Während Hunderttausende auf den Straßen gegen den Krieg demonstrierten, beschlossen die rechten sozialdemokratischen Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre hinter verschlossenen Türen, die Mobil-machungspläne der kaiserlichen Regierung zu unterstützen und sofort alle Lohnkämpfe abzubrechen. In der Reichstagssitzung vom 4. April besiegelten sie den Verrat an den Interessen der Arbeiterklasse und des ganzen Volkes. Mit ihrer Zustimmung zu den Kriegskrediten schlossen sie einen „Burgfrieden" mit den deutschen Imperialisten.
Noch am Abend des 4. August trafen sich in der Wohnung von Rosa Luxemburg führende Vertreter der deutschen Linken, die wie Karl Liebknecht an den proletarischen Klassenpositionen festhielten: Hermann Duncker, Hugo Eberlein, Julian Marchlewski, Franz Mehring und Wilhelm Pieck. Erschüttert über den offenen Übergang der rechten Partei- und Gewerkschaftsführer in das Lager der herrschenden Klassen, vereinigten von nun an die revolutionären Kräfte in der deutschen Arbeiterbewegung alle Kriegsgegner unter der Losung „Der Feind steht im eigenen Land!". Es war der Weg eines zähen und aufopferungsvollen Kampfes für Frieden, Demokratie und sozialen Fortschritt, der von dieser Zusammenkunft der revolutionären deutschen Linken im August 1914 bis zur Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands in den Stürmen der Novemberrevolution des Jahres 1918 führte.
Helmut Naudszus



Prognose und Warnung eines marxistischen Militärexperten
im Jahre 1887:
„Und endlich ist kein andrer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich, als ein Weltkrieg von einer bisher nie gekannten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei halb Europa kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorge-rufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unseres künstlichen Getriebes in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankerott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, dass die Kronen zu Dutzenden über die Straßen rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; absolute Unmöglichkeit, vorherzusehen, wie das alles enden und wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird; nur ein Resultat ist absolut sicher: allgemeine Erschöpfung und die Herstellung der Bedingungen des schließlichen Siegs der Arbeiterklasse."
(Friedrich Engels 1887 in der Einleitung zu Borkheims
„Zur Erinnerung für die deutschen Mordspatrioten 1806 bis 1807")

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch Absenden des Kommentars erkläre ich mich einverstanden, dass meine eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit widerrufen kann. Der weitergehende Datenschutzhinweis für Kommentare befindet sich im Impressum.