Honecker-Marke des Tages: Herbert Funk
Der sozialistische Wettbewerb geht weiter, jetzt sind die Kreativen dran: Zum 100. Geburtstag von Erich Honecker hatte junge Welt
im August angeregt, wieder ein Briefmarkenmotiv mit dem früheren
DDR-Staatsratsvorsitzenden aufzulegen (siehe Ausgabe vom 25./26.
August). jW-Leser waren aufgerufen, den Service der Deutschen Post zu
nutzen, eigene Erich-Honecker-Wertmarken zu kreieren. Ein erstes Motiv
mit dem Konterfei des 1994 verstorbenen Antifaschisten und dem Slogan
»Kein Krieg – 41 Jahre DDR« war nicht durch die Post-Zensur gegangen.
»Aufgrund des von Ihnen gewünschten Bildmotivs müssen wir Ihren Auftrag
leider ablehnen«, hatte das »Service-Team Plusbrief, Pluskarte, Marke,
Portocard individuell« unserem Leser Jan R. beschieden (siehe jW vom 29.
August).
In dieser Woche nun hat junge Welt 20 Honecker-Marken von Helmut W. erhalten. Slogan: »Tusch für Herbert Funk zum 100. Geburtstag. 25.8.2012. Deine Freunde von der Marten Tjaden«. Der Genosse aus Neuss nimmt damit Bezug auf die Illegalität und führt als »Bauanleitung« zur Umgehung der Post-Zensur an: »Man nehme für ein neues Pseudonym ›Herbert Funk‹: 1. Erich Honeckers Tarnname ›Herbert Jung‹ und 2. Herbert Wehners Tarnname ›Kurt Funk‹. Nach Kombination von Vor- und Nachname kann man ›Herbert Funk‹ schon einmal zum 100. gratulieren. Darunter plaziere man eine Schalmei. 3. Damit Erich aber auch sicher identifiziert werden kann, wähle man sein zweites Pseudonym: ›Marten Tjaden‹. Der Tusch kommt von allen seinen Freunden vom fiktiven Traditionssegler. Ich stelle euch den kompletten Bogen als Spende zur Verfügung.«
Die Redaktion wird ihn versteigern. Der Erlös geht als Prozeßkostenhilfe an Inge Viett, die wegen ihrer Äußerungen auf der von junge Welt veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011 zum Umgang mit Bundeswehrfahrzeugen zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt wurde. Angebote bis zum 7. Oktober per E-Mail an redaktion@jungewelt.de, Stichwort: »Erich zum 100.« (rg)
In dieser Woche nun hat junge Welt 20 Honecker-Marken von Helmut W. erhalten. Slogan: »Tusch für Herbert Funk zum 100. Geburtstag. 25.8.2012. Deine Freunde von der Marten Tjaden«. Der Genosse aus Neuss nimmt damit Bezug auf die Illegalität und führt als »Bauanleitung« zur Umgehung der Post-Zensur an: »Man nehme für ein neues Pseudonym ›Herbert Funk‹: 1. Erich Honeckers Tarnname ›Herbert Jung‹ und 2. Herbert Wehners Tarnname ›Kurt Funk‹. Nach Kombination von Vor- und Nachname kann man ›Herbert Funk‹ schon einmal zum 100. gratulieren. Darunter plaziere man eine Schalmei. 3. Damit Erich aber auch sicher identifiziert werden kann, wähle man sein zweites Pseudonym: ›Marten Tjaden‹. Der Tusch kommt von allen seinen Freunden vom fiktiven Traditionssegler. Ich stelle euch den kompletten Bogen als Spende zur Verfügung.«
Die Redaktion wird ihn versteigern. Der Erlös geht als Prozeßkostenhilfe an Inge Viett, die wegen ihrer Äußerungen auf der von junge Welt veranstalteten Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011 zum Umgang mit Bundeswehrfahrzeugen zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt wurde. Angebote bis zum 7. Oktober per E-Mail an redaktion@jungewelt.de, Stichwort: »Erich zum 100.« (rg)
Die Deutsche Post verweigert sich dem sozialistischen Wettbewerb. Zum 100. Geburtstag von Erich Honecker hatte junge Welt
am Wochenende angeregt, wieder ein Briefmarkenmotiv mit dem früheren
DDR-Staatsratsvorsitzenden aufzulegen. jW-Leser waren aufgerufen, den
Service der Deutschen Post zu nutzen, eigene Erich-Honecker-Wertmarken zu kreieren und einen Brief an junge Welt damit zu frankieren. Die ersten drei Einsender sollten Buchprämien bekommen (siehe jW vom 25./26. August).
Allein, die zuständige Zensurstelle bei der Deutschen Post macht nicht mit. Eine von Jan R. eingereichte Idee (Foto) fand beim »Service-Team Plusbrief, Pluskarte, Marke, Portocard individuell« keine Gnade. »Aufgrund des von Ihnen gewünschten Bildmotivs müssen wir Ihren Auftrag leider ablehnen. Ihre Bestellung werden wir daher nicht weiter bearbeiten«, heißt es in der jW vorliegenden Absage der Deutschen Post AG in Bonn. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von »post-individuell« heißt es: »Generell unzulässig sind insbesondere Motive aus folgenden Kategorien: Krieg, Militär und Uniformen, nackte oder leicht bekleidete Menschen (auch Babys), Darstellung oder Verherrlichung von Drogen oder Gewalt sowie Abbildungen von Zigaretten und Alkohol. Mißverständliche und falsch interpretierbare Motive werden abgelehnt.«
Nun trägt Honecker, 1987 noch als Staatsgast mit allen Ehren von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Bonn begrüßt, auf dem eingereichten Motiv weder eine Uniform, noch ist er nackt oder leicht bekleidet. Was also stört? Vielleicht die Erinnerung daran, daß in den 41 Jahren der DDR von deutschem Boden kein Krieg ausging? Das ist in der Tat weder mißverständlich noch falsch interpretierbar. (rg)
Allein, die zuständige Zensurstelle bei der Deutschen Post macht nicht mit. Eine von Jan R. eingereichte Idee (Foto) fand beim »Service-Team Plusbrief, Pluskarte, Marke, Portocard individuell« keine Gnade. »Aufgrund des von Ihnen gewünschten Bildmotivs müssen wir Ihren Auftrag leider ablehnen. Ihre Bestellung werden wir daher nicht weiter bearbeiten«, heißt es in der jW vorliegenden Absage der Deutschen Post AG in Bonn. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von »post-individuell« heißt es: »Generell unzulässig sind insbesondere Motive aus folgenden Kategorien: Krieg, Militär und Uniformen, nackte oder leicht bekleidete Menschen (auch Babys), Darstellung oder Verherrlichung von Drogen oder Gewalt sowie Abbildungen von Zigaretten und Alkohol. Mißverständliche und falsch interpretierbare Motive werden abgelehnt.«
Nun trägt Honecker, 1987 noch als Staatsgast mit allen Ehren von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Bonn begrüßt, auf dem eingereichten Motiv weder eine Uniform, noch ist er nackt oder leicht bekleidet. Was also stört? Vielleicht die Erinnerung daran, daß in den 41 Jahren der DDR von deutschem Boden kein Krieg ausging? Das ist in der Tat weder mißverständlich noch falsch interpretierbar. (rg)

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The second stamp (picture two) was censored!
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