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Mittwoch, 18. Januar 2012

Hände weg vom Marx-Engels Denkmal in Berlin!


Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) will das Denkmal für Karl Marx und Friedrich Engels in der Berliner Mitte abtragen lassen und irgendwo verstecken, wo er es nicht mehr sehen kann. Das sagte er dem Springer-Blatt »Berliner Morgenpost«. Als neuen Standort schlug er die »Gedenkstätte der Sozialisten« in Berlin-Friedrichsfelde vor, die er als »eine Art sozialistisches Reste-Zentrum« verunglimpfte - und damit nur bewies, dass er an diesem Ort noch nie gewesen ist.

Hat Herr Ramsauer nichts zu tun? Er sollte sich zunächst einmal um die Unmengen reaktionärer, klerikaler, monarchistischer und militaristischer Denkmäler kümmern, die in seinem Bayern noch immer im Weg rumstehen. Aber ihn stört vielmehr, dass Marx und Engels nicht in die Umgebung des Berliner Stadtschlosses passen, das er unbedingt auf dem Platz errichten will, auf dem früher der Palast der Republik stand. In gewisser Weise hat er recht, aber es ist nicht das Denkmal, das hier nicht hinpasst - sondern das Schloss selbst. Was für ein Demokratieverständnis legen Ramsauer und die anderen Befürworter des Wiederaufbaus des preußischen Herrschersitzes an den Tag, wenn sie diesem Symbol der absolutistischen Monarchie den Vorrang vor dem gewachsenen Stadtbild der Berliner Mitte einräumen?

Hat Herr Ramsauer eigentlich vergessen, dass vom Balkon dieses Schlosses am 9. November 1918 Karl Liebknecht die sozialistische Republik ausgerufen hat? Das wäre etwas, was wir wiederholen sollten - aber dazu brauchen wir das Schloss nicht wieder aufzubauen, denn das Schlossportal mit dem historischen Balkon steht ja noch am ehemaligen Staatsratsgebäude, direkt nebenan.

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