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| Private Aufnahme aus dem Jahr 2005 |
Freundeskreis Palast der Republik - Mitglied im Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden e.V.
Der Freundeskreis „Palast der Republik“ erklärt
Der Freundeskreis „Palast der Republik“ erklärt
zum 19. Januar 2012
Am 19. Januar 2006 bekräftigte der Deutsche Bundestag mit der Ablehnung des Antrags der Linksfraktion, den Abriss des Palastes zu stoppen und des von der Fraktion des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN eingebrachten Antrags zum Abrissmoratorium erneut den Willen zur Vernichtung des Palastes der Republik. Das war lediglich eine Scheindiskussion, eine Farce und diente lediglich der Täuschung der Öffentlichkeit. Die entsprechenden Abrissverträge wurden bereits Wochen vorher rechtskräftig von den zuständigen Behörden unterschrieben. Wenige Tage später begann der Abriss des Palastes der Republik.
Am 19. Januar 2006 bekräftigte der Deutsche Bundestag mit der Ablehnung des Antrags der Linksfraktion, den Abriss des Palastes zu stoppen und des von der Fraktion des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN eingebrachten Antrags zum Abrissmoratorium erneut den Willen zur Vernichtung des Palastes der Republik. Das war lediglich eine Scheindiskussion, eine Farce und diente lediglich der Täuschung der Öffentlichkeit. Die entsprechenden Abrissverträge wurden bereits Wochen vorher rechtskräftig von den zuständigen Behörden unterschrieben. Wenige Tage später begann der Abriss des Palastes der Republik.
Die Abrissbefürworter mit Bundestagsmandat bzw. in Regierungsverantwortung ignorierten in ihrer unsäglichen Arroganz erneut die Meinungen, Massenpetitionen und jahrelangen Proteste der Bevölkerungsmehrheit, die nachhaltig den Wunsch zum Palasterhalt artikulierten. Viele damalige und aktuelle Meinungsäußerungen, auch von international renommierten Fachleuten sind noch heute schallende Ohrfeigen für die Bundesregierung und diejenigen Bundestagsabgeordneten, die am 19. Januar 2006 für die Palastvernichtung stimmten. Es bleibt eine einfache Wahrheit:
Weil dieses großartige Volkshaus unübersehbar ein Symbol der DDR war und bleibt, musste es beseitigt werden.
Das „Asbestargument“ als Schließungsgrund war von Anfang an unglaubwürdig. Bis heute sind die entsprechenden Unterlagen der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Die politisch gewollte Palastvernichtung ist ein kulturpolitisches Verbrechen, an dem mehrere Bundeskanzler, Minister, Bundestagsabgeordnete ebenso beteiligt sind, wie ehemalige „Bürgerrechtler“ der DDR, die sich in den Jahren nach 1990 als besonders willige Helfer bei der Geschichtsverfälschung und –entsorgung der DDR-Geschichte bis in die Gegenwart zu profilieren versuchen.
Am Umgang mit dem Palast der Republik zeigt sich die bröckelnde Fassade einer Demokratie, deren Fragwürdigkeit und Unglaubwürdigkeit immer deutlicher sichtbar werden.
So wurde der Palast der Republik, ein Symbol der DDR, zum Symbol einer falschen Politik der Wiedervereinigung, des Umgangs mit deutsch/deutscher Geschichte und des Widerstands dagegen.
Der Protest gegen die Palastvernichtung geht mit veränderter Zielstellung, neuen Ideen und einer Dimension weiter, die weit über das bisherige und künftige Geschehen auf dem Berliner Schlossplatz hinausgeht. Der im März 2007 ins Leben gerufene Freundeskreis Palast der Republik vereint
verantwortungsbewusste Bürger und prominente Persönlichkeiten aus ganz Deutschland.
Sie werden durch eine wirksame Erinnerungspflege fern ab jeder Nostalgie nicht zulassen, dass dieses Volkshaus, wie beabsichtigt, aus der Erinnerungswelt vieler Bürger dieses Landes getilgt oder verunglimpft wird.
Ein kulturpolitisches Verbrechen dieser Dimension und die brutale Missachtung der Festlegungen des Einigungsvertrages werden von uns nicht hingenommen. Die Geschichte, dessen sind wir sicher, wird ihr Urteil über diesen Akt der Barbarei und des politisch motivierten Vandalismus fällen.
verantwortungsbewusste Bürger und prominente Persönlichkeiten aus ganz Deutschland.
Sie werden durch eine wirksame Erinnerungspflege fern ab jeder Nostalgie nicht zulassen, dass dieses Volkshaus, wie beabsichtigt, aus der Erinnerungswelt vieler Bürger dieses Landes getilgt oder verunglimpft wird.
Ein kulturpolitisches Verbrechen dieser Dimension und die brutale Missachtung der Festlegungen des Einigungsvertrages werden von uns nicht hingenommen. Die Geschichte, dessen sind wir sicher, wird ihr Urteil über diesen Akt der Barbarei und des politisch motivierten Vandalismus fällen.
Es reicht!
Der Freundeskreis wird alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um dieses Verbrechen aufzuklären und die Schuldigen ohne Ansehen der Person an den Pranger der Öffentlichkeit stellen.
Wir fordern die uneingeschränkte Transparenz zu allen Vorgängen und Vorhaben, die die Gestaltung des Schlossplatzes in Berlin seit 1990 und künftig betreffen.
Mit der im April 2011 eingereichten Massenpetition an den Deutschen Bundestag haben wir dazu erste Schritte eingeleitet. Eine Antwort steht bisher aus.
Wir werten dies als Zeichen der Hilflosigkeit und des mangelnden Willens der politisch Verantwortlichen, auf berechtigte Anliegen und Fragen interessierter Bürger wahrheitsgemäß zu reagieren. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an das DDR-Gesetz über die Bearbeitung der Eingaben der Bürger vom 19. Juni 1975.
Wir fordern die uneingeschränkte Transparenz zu allen Vorgängen und Vorhaben, die die Gestaltung des Schlossplatzes in Berlin seit 1990 und künftig betreffen.
Mit der im April 2011 eingereichten Massenpetition an den Deutschen Bundestag haben wir dazu erste Schritte eingeleitet. Eine Antwort steht bisher aus.
Wir werten dies als Zeichen der Hilflosigkeit und des mangelnden Willens der politisch Verantwortlichen, auf berechtigte Anliegen und Fragen interessierter Bürger wahrheitsgemäß zu reagieren. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an das DDR-Gesetz über die Bearbeitung der Eingaben der Bürger vom 19. Juni 1975.
Dort heißt es im §7:
1. „Jeder Bürger hat Anspruch auf begründete schriftliche oder mündliche Antwort auf seine Eingabe“
2. „Die Entscheidung über Eingaben ist spätestens innerhalb von 4 Wochen nach Eingang oder Bekanntwerden der Eingabe zu treffen und dem Bürger mitzuteilen“
Wir stellen aus unserer Sicht wiederholt fest, dass der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung solchen Ansprüchen nicht gewachsen sind. Noch im Januar 2012 werden wir mit der Übergabe weiterer Unterschriften die längst überfällige Antwort erneut anmahnen. Das weitere Geschehen auf dem Schlossplatz, dem angrenzenden Areal und darüber hinaus werden wir aufmerksam verfolgen und uns kritisch und konstruktiv einmischen. Wir rufen dazu auf, sich diesem Anliegen mit eigenen Aktivitäten anzuschließen oder im Rahmen des Freundeskreises mitzuwirken.
Berlin, 19. Januar 2012.
Freundeskreis Palast der Republik
Rudolf Denner, Sprecher
Berlin, 19. Januar 2012.
Freundeskreis Palast der Republik
Rudolf Denner, Sprecher

„Bis heute sind die entsprechenden Unterlagen der Öffentlichkeit nicht zugänglich.“
AntwortenLöschenDas ist erstaunlich.
Das ist trotzdem eine öffentliche Entscheidung.
Es ist gut und notwendig, daß die Arbeit des Freundeskreises "Palast der Republik" weitergeht! Und man muß permanent deutlich machen, wie sich dieses Kulturverbrechen einordnet in das Kulturverbrechen staatsmonopolistischer Kapitalismus. Wo das Recht auf Arbeit, das Recht auf Kultur und Kunst, auf Gesundheit und Bildung für die Mehrheit unentwegt durch eben jenes parasitäre System mittels seiner Kostgänger mit Füßen getreten wird, ist der Gebrauch des Begriffs Demokratie nur ein zynischer Mißbrauch - eine fortgesetzte Vergewaltigung der Sprache und Schrift und um so mehr, da das Recht auf Leben täglich infrage gestellt wird, wenn ich an mörderische Aggressionen gegen andere Völker und an deren Unterdrückung im Namen der Freiheit des Profits denke. Wenn nun Herr Jan mir etwas mißverständlich kundtut, daß es sich beim Abriß des Palastes um eine öffentliche Entscheidung gehandelt habe, so berührt das überhaupt nicht die Frage von Recht und Unrecht. Ja, natürlich öffentlich war die osteuropäische Konterrevolution mit ihren Bourgeoisrechtlern, die sich mit dem Nimbus des Rechtes - wessen Recht?! - umgaben. Öffentlich ist auch die Diktatur der Bourgeoisie mit dem Überfall auf Jugoslawien, Afghanistan ... oder jüngst auf Libyen. Öffentlich ist auch das Unrecht, ob zur Arbeitslosigkeit oder zur Rentenalteranhebung. Was interessiert das Kapital die Demokratie, wenn es um Maximalprofite geht, sei es bei der Bahn oder jetzt bei der Entscheidung zu den Flugrouten in Schönefeld? Größenwahn setzt sich über Natur und Erholungsbedürfnisse mittels öffentlicher Entscheidungen einfach hinweg. Zerstörung von Lebensqualität, einschließlich der Natur, gehört zu den Wesensmerkmalen der Ausbeutung des Menschen durch den Privatbesitz von Produktionsmitteln. Das gilt es öffentlich zu machen, damit es das Bewußtsein der Menschen erreicht und ihre Handlungen bestimmt. "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen." Und nach der verheerenden Niederlage, Dank unterbelichteter Tatsachen, wie dem Anwachsen des ideologischen Klassenkampfes nach dem Sieg sozialistischer Produktionsverhältnisse, ist es widerum eine gräßliche Illusion, zu glauben, daß die Konterrevolution in ihrem materiellen wie ideellen Treiben nachlassen würde. Im Gegenteil. Die inneren Widersprüche, verknüpft mit der eigenen Unfähigkeit, der menschlichen Entwicklung auch nur annähernd zu genügen, nebst dem lebensfeindlichen Aggressionsstreben auf der Jagd nach Profit, verschärfen direkt proportional auch dieses Treiben. Dem ist koordiniert aufklärend und entlarvend mit einheitlicher Stärke und Vielfalt zu begegnen wie hier durch den Freundeskreis Palast der Republik.
AntwortenLöschenIn diesem Sinne abschließend füge ich erinnernd und mahnend noch ein Gedicht aus meinem 2009 und inzwischen in zweiter Auflage im Wiljo Heinen Verlag erschienen Taschenbuch "Und jedes Wort ein Flügelschlag" hinzu:
In memoriam Palast der Republik
- feierlich eröffnet am 23.04.1976 -
Verleumdet, ausgeraubt und zerstört
Ein Haus des Volkes. Das mal war -
Hier boten Künste sich auch dar,
Gastronomie, kurz um, Kultur
Mit deutlicher Gesetzesspur
Für Menschenbildung und Genuß.
War das ein großer Musenfluß
Im Haus des Volkes – ein Palast!
Hier war der Arbeiter zu Gast.
Hier herrschte er
– nicht irgend wer! -,
Nahm gern zur Kenntnis seine Macht.
Wo ist sie heut’? wo ist die Pracht
Der Feste und der Würdigung?
Das Wort heißt heut’ Demütigung.
Von Einheit konnt’ nie Rede sein.
Sehn das die Arbeitslosen ein?
Selbst denen, die noch Arbeit haben,
Sind meist verwehrt der Musen Gaben.
Ein Haus der Musen – das mal war
Wich alten Hohenzollern gar
Von mittelalterlichem Glanz
Mit Bourgeois’ zum Totentanz...
Im Weltkriegüberholungsbrauch
Schwelt schloßnostalgisch neuer Rauch.
Pardon, ich hatte "Jan" (für Januar stehend) als Namen angesehen. Natürlich war Joseph gemeint.
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