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Donnerstag, 12. April 2012

Bildende Kunst in der DDR ist untrennbar mit Willi Sitte verbunden


Willi Sitte bei der Arbeit
Das Städtchen Darbach, eine Fachwerkidylle am Rande des Schwarzwalds, zeigt aus diesem Anlaß eine Ausstellung »Willi Sitte. Frühe Werke 1950-1960«. Die Willi-Sitte-Galerie für realistische Kunst in Merseburg eröffnete am 20. Februar 2011 eine Sonderausstellung »Liebe, Lust und Erotik - Zeichnungen, Skizzenbücher, Lithographien«. Die Osnabrücker Kunsthistorikerin Gisela Schirmer gibt - als ein würdiges Geburtstagsgeschenk - ein weiteres Buch mit dem Titel »Willi Sitte - Lidice - Historienbild und Kunstpolitik in der DDR« heraus. Die Galerie der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) in Berlin ehrte ihn am Freitag mit einem Filmabend. Hunderte seiner Freunde und Verehrer denken heute voller Achtung und herzlicher Verbundenheit an ihn, dessen Gesundheitszustand Sorgen macht. Nur seine Heimatstadt Halle (Saale) findet keinen Raum für eine ehrende Retrospektive zu diesem Jubiläum.

Dabei hatten sich nach der im Grunde hilflosen, ideologiegelenkten Tölpelei des Sitte-Verbots im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (2000) und nach der dortigen mißglückten Inszenierung eines »wissenschaftlichen Symposiums« zu seinem Leben und Werk (2001) die Stimmen der Vernunft verstärkt. Ein offeneres, auf die Qualitäten seiner Kunst konzentriertes Verhältnis zu ihm und seinem Schaffen hatte sich bemerkbar gemacht. Doch in der Ausstellung »60 Jahre - 60 Werke« zum Jubiläum des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland fehlte Willi Sitte ebenso wie alle anderen seiner ostdeutschen Künstlerkollegen; diese Schau geriet zur egozentrischen Selbstfeier der alten Bundesländer unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin.

Als Willi Sitte in Italien ab 1944 an der Seite der Partisanen gegen den deutschen und italienischen Faschismus kämpfte und u.a. seine Folge »Totentanz des Dritten Reiches« schuf, waren sich zahlreiche Künstler in der Welt ihrer Verantwortung bewußt. Thomas Mann schrieb damals in seinem Exil in Pacific Palisades: »Wir haben gelernt, daß das Gute sich nicht im ästhetisch Kühnen und Reizvollen erfüllt, daß eine Kultur der Barbarei ganz nahe wohnt, die rsich nicht für Politik interessiertl und das Soziale aus ihrem Gesichtskreis ausschließt; daß auf einem geistigen Menschen schwerere Verantwortungen liegen als Probleme der Schönheit.«1 Eine solche Haltung hat Willi Sitte aus eigenem Erleben und eigener Erfahrung konsequent verinnerlicht. Sein Werk ist einem wie auch immer gearteten Ästhetizismus fern. Trotzdem sah er sich in den Jahren der Formalismusdiskussion mit derartigen Vorwürfen immer wieder konfrontiert. Schönheit ist ihm stets Teil eines dialektischen, widersprüchlichen Ganzen. Wie Hans Grundig, der ermordete KZ-Häftlinge auf Goldgrund malte und sie damit ehrte, der vor einen Atompilz einen herrlichen Blumenstrauß als Zeichen des Lebens und der Hoffnung auf Frieden setzte, so nimmt auch Willi Sitte den Bildern von Opfern imperialistischer Barbarei nicht ihre Würde. Er macht sie nicht allein zur leidenden Kreatur, sondern er läßt auch in der tiefsten Erniedrigung ihre Menschlichkeit aufscheinen. Schönheit und Hoffnung dokumentieren sich in seinen Bildern von Liebespaaren ebenso wie in Darstellungen von Leidenden und Ermordeten. Das menschliche Maß bestimmt seine Kunst; er weist auf das, was in der Gegenwart verlorenzugehen droht. Gerade damit und mit seiner eigenwilligen Kunst der Symbolbildung ruft er immer wieder erregtes Staunen hervor. Bequem sind seine Bilder nicht. Wer sie zu lesen versteht, wer ihre Provokationen annimmt, wird reicher.

Bilder gegen den Krieg

Als er 1999 sein großformatiges Bild »Der Tod fliegt mit« malte, klagte er den Überfall der NATO auf Jugoslawien an. Er schuf eine apokalyptische Metapher, ein unheimliches Gebilde, das sich gierig, der Blickrichtung des Betrachters entgegen, Feuer speiend nach unten stürzt. Es ist heute so aktuell wie vor zwölf Jahren. Das ist eine der wesentlichen Eigenschaften seiner Kunst: daß sie über den Tag hinauswirkt, daß sie inhaltliche und Formbezüge schafft, die eine Botschaft weitertragen - auch für künftige Generationen. Mit diesem Anspruch setzt Willi Sitte ein Anliegen vieler Großer der Kunstgeschichte fort; dazu gehören u.a. Jacques Callot mit seinen Radierungen der Folge »Misères de la guerre« aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, Goya mit seinem Erschießungsbild oder seinem Zyklus »Los Desastres de la Guerra«, Werestschagin mit seinen Kriegsbildern, die Kunst einer Käthe Kollwitz, eines Otto Dix, eines George Grosz oder die herausfordernden, formgewaltigen Bilderfindungen Picassos.

Willi Sitte zählt zu jenen, deren Grundanliegen in der DDR die Anklage des Krieges war: neben Hans und Lea Grundig auch Heinrich Ehmsen, Wilhelm Rudolph, John Heartfield, Eugen Hoffmann, Fritz Cremer, Wilhelm Lachnit, Theo Balden, Walter Womacka ...

- sie alle reihten sich in diese Phalanx ein; Bernhard Heisig verarbeitete immer wieder seine traumatischen Erlebnisse in der »Festung Breslau«; Heidrun Hegewald schuf mit ihren Kreuzigungsbildern, ihren »Esther«-Illustrationen, ihren Pietà-Darstellungen und Kassandrarufen eindringliche Sinnbilder. In dieser Reihe steht Willi Sitte ganz vorn. Seitdem er künstlerisch tätig ist, setzte er sich immer wieder mit dem Krieg als Menschheitsverbrechen auseinander. In den fünfziger Jahren, als der Koreakrieg tobte, als sich das algerische Volk gegen die französische Kolonialmacht erhob und das faschistische Massaker von Lidice sich zum zehnten Mal jährte, entstanden seine Gemälde »Unter Trümmern«, »Massaker« und zahlreiche Arbeiten zu Lidice, von denen das Hauptwerk, das im Museum des neu errichteten Dorfes seinen Platz finden sollte, bis heute verschwunden ist; vermutlich kam seine Bildsprache den damaligen Vorstellungen von sozialistischem Realismus nicht entgegen. Die sechziger Jahre waren durch solche großartigen Werke wie »Die Überlebenden«, »Memento Stalingrad«, »Nicht schießen!«, »Höllensturz in Vietnam«, »Mensch, Ritter, Tod und Teufel« und »Son My« geprägt. 1972 malte er sein Triptychon »Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und Freiheit«. Bereits in den achtziger Jahren setzte er sich intensiv mit dem Thema Neofaschismus auseinander, eine Aufgabe, die für uns alle heute mehr denn je aktuell ist, um zu verhindern, daß unter dem Deckmantel der Demokratie aus diesem noch fruchtbaren Schoß neue Vernichtung kriecht. Das Ouvre Willi Sittes aus der Zeit der DDR ist so groß und vielgestaltig, daß man allein mit Bildern gegen den Krieg ein ganzes Museum füllen könnte.


Doch auch nach 1989, als er sich den unterschiedlichsten Anfeindungen ausgesetzt sah, spielte politisches Engagement in seinem Schaffen eine bedeutende Rolle. »Schatten, die bleiben« nannte er ein Bild: Schatten auf der Seele, Schatten der Qual in den Foltergefängnissen von Abu Ghraib oder Guantánamo, in denen Menschen wie Vieh behandelt und ihrer Würde beraubt werden. Ein einzelner »Plünderer« steht für eine Massenerscheinung: für den Diebstahl ältester Zeugnisse der Menschheitskultur aus den Museen von Bagdad und anderen Städten; die US Army und ihre Verbündeten brachten in den Irak nicht nur Tod und Vernichtung, sondern auch eine Entwertung der Werte im Namen von Freiheit und Demokratie. Und wer denkt nicht angesichts des Gemäldes »Im Namen Gottes« an die irrwitzigen Eingebungen George W. Bushs, der sich, um seine Kriege im Irak und in Afghanistan zu rechtfertigen - wie weiland Adolf Hitler auf die Vorsehung - im Juni 2003 öffentlich auf einen persönlichen Auftrag Gottes berief. Schon einmal hatte Willi Sitte in seinem Gemälde »Straflektion« 1979 mit wenigen Figuren ein brutales Abschlachten dargestellt; 1995 führte er diesen Topos in seiner Allgemeingültigkeit konsequent weiter. Es ist bitter für ihn, daß er nach schweren, erfolglosen Operationen an den Rollstuhl gefesselt ist und seitdem nicht mehr malen kann.

Eine große Werkgruppe in seinem graphischen Werk bilden seine Hommagen, die er jenen Großen der Kunstgeschichte widmete, die seinem Schaffen Impulse gaben und ihn künstlerisch herausforderten. Seine Akte, Aktgruppen und Liebesbilder sind Gleichnisse für das Leben, sind »Spiegel der Hoffnung auf ein menschliches und natürliches Miteinander«; moralinsaure Kritik daran ist bis heute nicht verstummt. Und immer wieder fesseln uns seine Darstellungen des Herrn »Mittelmaß«, ein Themenkreis, der sein Schaffen nicht erst seit der sogenannten Wende durchzieht: die meist sarkastische Auseinandersetzung mit menschlichen Schwächen, Charakterlosigkeiten, Egoismen und Dummheiten. Diese von einer literarischen Figur Ossietzkys angeregten bildnerischen Satiren zeigen Verhaltensweisen, die nach 1989 typisch wurden: das berechnende Austauschen der politischen Gesinnung, die Kompetenz, die den Unbedarften auch nach der »Wende« mit dem richtigen Parteibuch zuwächst usw.

Bundesarchiv: Bild-Nr.: 183-1987-1003-024
ADN-ZB/Settnik/3.10.87/Dresden: X. Kunstausstellung der DDR
Zur Eröffnung der Kunstausstellung im Dresdner Albertinum hieß der Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR, Prof. Willi Sitte, den Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, herzlich willkommen. Viele Dresdner Einwohner waren zur Begrüßung Erich Honeckers und seiner Begleitung erschienen.

Selbstbefragung

Es gibt eine Graphik mit dem Titel »Selbstbefragung«, die 1992 entstand und sehr genau die psychischen Besonderheiten nicht nur seines Denkens und Handelns in der »Wende«-Zeit erfaßt. Ein nackter Mann sitzt, umgeben von lemurenhaften Wesen, mit krampfhaft verschränkten Händen vor uns. Der kopflose Akt drückt bis in die Fußspitzen hinein nicht ruhendes Sitzen, sondern innere Spannung aus. Die Darstellung dieses Erregtseins bedarf keiner in der Bildkomposition angelegten Dynamik; sie kommt ganz aus der Konstellation des Figürlichen. Wo das Haupt fehlt, erhebt sich ein bedrohlicher Schatten. Verfremdet als Arbeit eines Bildhauers, doch im zeichnerischen Duktus der bildbeherrschenden Figur steht mit selbstbildnishaften Zügen der dem Körper fehlende Kopf auf einem Sockel. Den Mundwinkel herabgezogen, die Lippen aufeinander gepreßt, durchdringt der Blick des Porträtierten den eigenen Schatten und Körper. Das bohrende Hin- und Hindurchsehen erscheint zugleich als In-sich-Gekehrtheit. Und dieser Ausdruck nach außen und innen gerichteter äußerster Konzentration bildet einen direkten Gegensatz zum Gesicht, das mit Aufmerksamkeit heischenden, aufgerissenen Augen und weit geöffnetem Mund anklägerisch-marktschreierisch auf der linken Wandfläche erscheint, und zur unbeteiligten, selbstgefälligen, geistig abwesenden Mimik des massigen Kopfes unter dem Sitzenden. Diese Zinkographie ist voller Anspielungen und Symbole: die Konfrontation mit dem Schatten der eigenen Vergangenheit, das kritische Befragen bisher gelebten Lebens. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Solche Fragen stellten sich viele Künstler nicht nur in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, sondern immer auch in bezug auf das eigene Werk. Bin ich kopflos geworden? Werde ich vom Schatten meiner Vergangenheit erdrückt? Kann ich diese Schatten problemlos beiseite schieben, oder begleiten sie mich bis ans Ende? Sind solche Schatten stets nur eine Bedrohung? Wie stehe ich zu meiner Biographie, auch zu meiner künstlerischen? Finde ich in dieser neuen, alten Welt zu einer erneuerten Übereinstimmung mit mir selbst - oder: Stand dieses Einssein je in Frage? Ist mit dem schmählichen Untergang eines für soziale Gerechtigkeit stehenden Staates die Utopie einer menschlichen Gemeinschaft ebenso in der Geschichte versunken? Was war meine Wahrheit? Was ist meine Wahrheit? Wird mein Werk in einem total veränderten gesellschaftlichen Umfeld Bestand haben? Die Schmerzhaftigkeit solcher schonungslosen Selbstanalyse, das Außergewöhnliche dieser psychischen Situation - eines quälenden Mit- und Gegeneinanders aus Tragik, Selbstironie und Sarkasmus - ist in dieser Graphik überzeugend erfaßt. Und sie ist so angelegt, daß sie über die persönliche Befindlichkeit des Künstlers hinausweist und ihre provozierenden Fragen an jeden Betrachter stellt, der sich darauf einläßt.

Nicht nur in diesem Blatt, sondern auch in anderen Gemälden stellt er solche schmerzlichen Fragen. Zu seinen größten Ernüchterungen zählt die klägliche Rolle, die die Arbeiterklasse - für ihn bislang Symbol und Hoffnungsträger einer menschlichen, sozialistischen Gesellschaft - in der »Wende«-Zeit spielte.

Enttäuscht wandte er sich von ihr ab und äußerte dazu: »Ich setze der Arbeiterklasse keine Denkmale mehr. Das ist für mich vorbei, das ist Geschichte. Ich stehe zu meinem Verhältnis zur Arbeiterklasse, wie es in den Jahrzehnten vorher der Fall war. Das ist ehrlich, das habe ich aus innerer Überzeugung so gemacht. Dieses Ideal ist jedoch im Laufe der Zeit etwas zerbröckelt, schon in den achtziger Jahren. Aber man klammert sich ja doch an das, was man sich an theoretischen Kenntnissen erworben hat, und man ist nicht bereit, das so ohne weiteres aufzugeben. Das geschah dann aber gründlich 1989/90.«2 Ein letztes Zeichen dafür sind die 1990 gemalten »Erdgeister«, düstere, erstarrte Gestalten, die mit ihren Köpfen im Schlamm der Geschichte stecken.

Bilderschicksale

Seine Werke hatten zum Teil ein bitteres Schicksal. Nicht nur sein Lidice-Bild verschwand, auch andere Werke wurden im Lauf der Formalismusdebatte ausjuriert. Die Wandbildentwürfe für die Sport- und Kongreßhalle Rostock und den vormaligen Pionierpalast in der Berliner Wuhlheide wurden nie realisiert. Aus der Galerie Neue Meister Dresden verschwand im Zuge der »Wende« sein bedeutendes Bild »Die Überlebenden« in vorauseilendem Gehorsam. Sein Tafelbild aus dem Palast der Republik wurde von der Treuhand konfisziert.

Sein Wandbild für die Suhler Stadthalle ist - bis auf einen Teil, der sich heute in Merseburg befindet - noch immer eingelagert. Diese Reihe ließe sich fortsetzen.

»Ärger hatte ich eigentlich immer, und das ist heute nicht viel anders«, lautet sein trockener Kommentar.

Der Zusammenbruch des realen Sozialismus, der am Ende diesen Namen nicht mehr verdiente, war zugleich ein Desaster für Sittes Hoffnungen, doch keine Niederlage seiner menschlichen und künstlerischen Utopien. Er reagierte auf die politische Rückwende nicht mit modischem Pessimismus, sondern mit einem festen Beharren auf einem ganzheitlichen Menschenbild, nicht mit Selbstmitleid, sondern mit geduldigem Festhalten an seiner Bildsprache.

In seiner von Gisela Schirmer betreuten Autobiographie »Farben und Folgen« (Leipzig 2003) verschweigt er die Enttäuschungen über falsche Freunde nicht, die sich ihm vor allem in den Jahren anbiederten, in denen er Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR gewesen war, und sich nach 1989 als »Widerstandskämpfer« gegen ihn stellten. Das ganze Spektrum menschlichen Fehlverhaltens wird in diesem Buch nacherlebbar. Es wird deutlich, wie sehr der Freiheitsrummel das wahrhafte Charakterbild offen legte. Partner in der alten Bundesrepublik - z.B. Peter Ludwig, Dieter Brusberg oder Wolfgang Schreiner - verhielten sich ihm gegenüber anständiger als andere, die sich in oft tief verletzender Weise von ihm abwandten. Dennoch bringt er bei der Beschreibung der Erfahrungen dieser Jahre mehr Toleranz auf als jene, die vor der »Wende« lauthals nach Toleranz schrieen und sie danach schnell vergaßen. Kenner seines Lebens und Werkes bemerken voller Anerkennung, daß er in diesem Erinnerungsbuch mit manchem seiner Kritiker sanfter umgeht als sie mit ihm. So steckt seine Lebensbilanz voller Weisheit, Nachsicht und Güte.

Daß sich in Merseburg eine Willi-Sitte-Stiftung formierte und mit Hilfe von Sponsoren im Jahr 2006 in der Domkurie Nova eine Willi-Sitte-Galerie für realistische Kunst entstand, in der 250 seiner Gemälde, 180 seiner Druckgraphiken und 1050 seiner Handzeichnungen präsentiert und aufbewahrt, aber auch Wechselausstellungen anderer realistisch arbeitender Künstler gezeigt werden, ist nach allem, was nach 1989 geschah, ein Glück und eine Genugtuung. Vor allem für die jüngere Generation wird hier ein Lebenswerk gesichert, das seinen Platz in der Kunstgeschichte behaupten wird.

Willi Sitte ist Ehrenbürger von Montecchio Maggiore, jener Stadt, in der er als Mitkämpfer der italienischen Partisanen wirkte. 2009 wurde ihm - gemeinsam mit Heidrun Hegewald und Walter Womacka - der Menschenrechtspreis der GBM verliehen.


1 Thomas Mann in einem Brief an den Literatur- und Kunstkritiker Max Osborn vom 14.2.1945, in: Tagebücher 1944-1.4.1946, hrsg. von Inge Jens, S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1986, S. 575
2 Willi Sitte in einem Filmporträt »Gnadenlos realistisch ... - DerMaler Willi Sitte« (Reihe »Mit-Menschen«). MDR-Fernsehen 1996

Dieser Beitrag von Peter Michel erschien in "Junge Welt" am 28.02.11 zum 90. Geburtstag von Willi Sitte

Auf der folgenden Seite kann man mehr über den bedeutenden Künstler Willi Sitte erfahren.

Willi-Sitte-Galerie

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