Am 27. April 2012 war es mal wieder soweit: das DDR-Kabinett Bochum hatte eingeladen, eine Facette der DDR genauer zu betrachten. Diesmal stand das Thema Arbeit, insbesondere die Aktivistenbewegung zur Debatte. Als Zeitzeugin war die Tochter des Bergmanns Adolf Hennecke - Hannelore Graff-Hennecke - zu Gast, die zur Grundlage ihres Vortrages die von ihr verfasste Biographie ihres Vaters machte.
Der Anlass, diese Biographie zu schreiben, waren die nach der Zerschlagung der DDR sturzflutartig publizierten Lügen und Geschichtsfälschungen über ihren Vater und damit auch über die von Millionen von DDR-Bürgern geleistete Aufbauarbeit für ihren Staat.
Die Referentin rekapitulierte die wirtschaftliche Situation der sowjetischen Besatzungszone 1948. Nach dem Ende des faschistischen Raubkrieges stand hier - wie im gesamten Deutschland - an erster Stelle der Wiederaufbau der zerstörten Produktionsanlagen und die Versorgung der Bevölkerung mit den grundlegendsten Gütern. Im Unterschied zu den Westzonen war diese Arbeit aus eigener Kraft zu schaffen. Die von den USA gewährten Kredite im Rahmen des 'Marshall-Plans' waren an den Verzicht auf grundlegende wirtschaftliche und politische Veränderungen in den Empfängerländern geknüpft und dies lehnte aus verständlichen Gründen die Sowjetunion ab, denn die Einbeziehung der osteuropäischen Länder in den US-amerikanischen Machtbereich konnte nur als erneute Bedrohung angesehen werden.
| In der Veranstaltungspause gab es angeregte Gespräche mit der Autorin. |
| Auch für das signieren der Bücher gab es ausreichend Gelegenheit. |
| Auch ausgewählte Exponate zum Bergbau in der DDR konnten betrachtet werden. |
| Umfangreiches Informationsmaterial über das DDR-Kabinett-Bochum war ebenso vorhanden. |
| Wie gewohnt bei unseren Veranstaltungen, der gut ausgestattete Büchertisch, dank der Unterstützung der Eulenspiegel-Verlagsgruppe und dem Wiljo Heinen Verlag aus Berlin. |
Der Stein des Anstosses - Adolf Hennecke - wurde zur öffentlichen Person. Eingesetzt zunächst als Arbeitsinstrukteur, vermittelte er anderen Bergleuten sein Arbeitskönnen und beriet bei der Optimierung der Arbeitsabläufe. In den 50er Jahren wird er Mitarbeiter des Ministeriums für Schwerindustrie und Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission.
In seinen Funktionen blieb er immer auch Vertreter der Bergleute und stand bei ihnen in hohem Ansehen. Warum?. Auf seine Initiative wurde ab 1950 der erste Sonntag im Juli zum 'Tag des deutschen Bergmanns' erklärt. An diesem Tag wurden auch die Ehrentitel 'Verdienter Bergmann der Deutschen Demokratischen Republik' und 'Meisterhauer' vergeben. Diese Auszeichnungen werteten einen Berufsstand auf, der bis Kriegsende als 'das Letzte' galt und dem keinerlei Mitgestaltungsrechte zugestanden wurden. Der Titel der Biographie verweist auf dieses neue Selbstbewusstsein.
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| Blick in den hervoragend ausgestatteten Veranstaltungssaal |
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| Die Autorin Hannelore Graff-Hennecke und Andreas Maluga, Vorsitzender des DDR-Kabinett-Bochum e.V. |
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| Ein letztes Gespräch mit der Autorin verbunden mit einem herzlichen Dankeschön, für diesen informativen und höchst beeindruckenden Abend in Bochum. |





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