Der Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V. wird sich aktiv an den Gedenkveranstaltungen am 11. und 12. Mai in Essen beteiligen.
Aus diesem Grund bleibt unsere Ausstellung am Freitag Abend geschlossen.
Peter Dürrbeck, Mitglied der IROKK
Veranstaltungen in Essen:
11. Mai 2012
17.30 Uhr, Kranzniederlegung Rüttenscheider Brücke
19.00 Uhr, Beats against militarism!
Gedenkkonzert für Philipp Müller, Weststadthalle
12. Mai 2012
11.00 Uhr
Gedenkdemonstration für Philipp Müller
Rüttenscheider Brücke
Aus diesem Grund bleibt unsere Ausstellung am Freitag Abend geschlossen.
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| Gedenkdemonstration in Essen 2002, Bildnachweis: Unsere Zeit |
Über 30 000 junge Menschen waren am 11. Mai 1952
nach Essen gereist, um gegen die Wieder-bewaffnung der Bundesrepublik und die
Einbindung in ein westliches Verteidigungsbündnis zu demons-trieren. Menschen,
die die Schrecken des Krieges miterlebt hatten und für eine friedliche
Entwicklung in Deutschland eintraten. Die Karawane war für West- und
Ostdeutschland geplant und die Sowjetunion hatte in eindringlichen Noten darauf
hingewiesen, dass die Wiederaufrüstung die Spaltung Deutschlands zementieren
würde.
So waren es nicht nur die Kommunisten und die
Freie Deutsche Jugend, die diese Karawanen unterstützten, sondern viele
christliche und sozialdemo-kratische Jugendorganisationen unterstützten sie
ebenfalls. Vertreter der Bekennenden Kirche und andere Friedenskräfte stellten
sich als Moderatoren zur Verfügung. Das alles passte jedoch nicht in das Konzept
von Bundeskanzler Adenauer, der lieber „das halbe Deutschland ganz als das ganze
Deutschland halb“ wollte.
Am 10. Mai verbot die NRW-Regierung mit
fadenscheinigen Begründungen die Veranstaltung und beorderte ein Großaufgebot
von Bereitschaftspolizei nach Essen. Diese waren auf harten Einsatz getrimmt, um
mit allen Mitteln Demonstrationen zu verhindern. Nicht nur mit Schlagstöcken
wurde auf die Jugendlichen brutal eingeschlagen, sondern es gab auch den Befehl,
von Schusswaffen Gebrauch zu machen. Der Anmelder der Essener Veranstaltung,
Arnold Haumann, Student der Theologie, späterer Pfarrer, schreibt dazu in seinen
Erinnerungen „Gott mit uns“: „Einige unserer Jugendlichen sind bereits so
verletzt, dass sie mit Krankenwagen abtransportiert werden müssen. Plötzlich
werden aus der Menge Steine geworfen. Sofort gibt ein Polizeioffizier den
Schießbefehl. Es wird gezielt in die Menge geschossen, nicht nur in die Luft.
Tödlich getroffen, und zwar in den Rücken, wird Philipp Müller, ein Jugendlicher
aus München. Mehrere sind verletzt.“ Und Herbert Mies, der in Essen dabei war,
beschreibt in seinen Erinnerungen, dass außer dem Münchener Jungkommunisten zwei
weitere Jugendliche aus Münster und Kassel lebensgefährlich verletzt
wurden.
Philipp Müller ist das erste Todesopfer des
Kalten Krieges. Ein später eingeleitetes Verfahren zu diesem Mord verläuft im
Sande. Dafür wurden gegen viele Jugendliche Haftstrafen verhängt, hier handelte
es sich gezielt um Mitglieder der FDJ.
Dem Resümee von Arnold Haumann möchte ich
nichts hinzufügen: „Die makabere Frage bleibt unklar – obwohl es nach meiner
Erfahrungen in den letzten Jahren nahe liegt – ob der Schuss auf Philipp Müller
doppelt gezielt war, auf den Teilnehmer [der Karawane] und insbesondere auf ihn
als Mitglied der verbotenen FDJ“
Peter Dürrbeck, Mitglied der IROKK
Aktionen
zum 60. Todestag von Philipp Müller
Zu Philipp Müllers 60. Todestag hat sich in
Essen ein Bündnis aus verschiedenen Organisationen gegründet, das in mehreren
Aktionen an Philipp Müller und sein Anliegen erinnern will. In einem Aufruf heißt
es:
„Wogegen Philipp Müller auf die Straße
ging, ist eingetreten: Die Bundeswehr war beteiligt am völkerrechtswidrigen
Angriffskrieg gegen Jugoslawien, sie führt seit zehn Jahren Krieg in
Afghanistan. Deutschland ist beim Kriegstreiben in aller Welt mit von der
Partie. Der Rüstungsetat der Bundesrepublik ist der zweitgrößte Haushaltsposten.
Deutsche Rüstungsfirmen verkauften 2011 Waffen und Kriegsgerät für 2,1
Milliarden Euro ins Ausland – Deutschland ist zum drittgrößten Waffenexporteur
der Welt aufgestiegen und heizt damit weltweit Krisen und Kriege
an.“
Veranstaltungen in Essen:
11. Mai 2012
17.30 Uhr, Kranzniederlegung Rüttenscheider Brücke
19.00 Uhr, Beats against militarism!
Gedenkkonzert für Philipp Müller, Weststadthalle
12. Mai 2012
11.00 Uhr
Gedenkdemonstration für Philipp Müller
Rüttenscheider Brücke

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