Foto-, Video - und Musik Seiten - Blog-Impressum

Donnerstag, 26. Juli 2012

Öffentliche Trauung vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal

Ernst-Thälmann-Denkmal in der Greifswalder Straße, Berlin-Prenzlauer Berg
(Foto: A.M. im Mai 2010)

Vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal in der Greifswalder Straße wird am 28. Juli 2012 eine freie Trauung eines deutsch-schottischen Paares stattfinden. Und zwar nicht trotz des Thälmann-Denkmals, sondern gerade wegen des Thälmann-Denkmals!

Der zukünftige Ehemann, Iain, in Schottland geboren und aufgewachsen, wusste bereits als Kind von Ernst Thälmann. Als Thälmann im März 1933 verhaftet wurde, entfaltete sich in kürzester Zeit eine breite und internationale Solidaritätsbewegung, deren Ziel es war, Thälmann aus dem Kerker zu befreien. Auch in Schottland wurden Unterschriften und Geld für Thälmanns Freilassung gesammelt: "Auch mein Vater sammelte Unterschriften für Teddy und erzählte mir von diesem deutschen Arbeiter, der den Nazis, als einer ihrer entschiedensten Gegner, so verhasst war". Iain, selbst Arbeiter, verknüpft heute diese einprägende Kindheitserfahrung mit dem Wissen über Thälmann und seine Partei, dass Iain sich selbst angeeignet hat. Dieses bWissen ist aber vor allem komplettiert worden, durch Iains Leben, durch seine politischen Erfahrungen und gewerkschaftliche Praxis, die allesamt bestätigten: Wer ein besseres Leben will und für eine bessere Zukunft kämpft, der kann von Thälmann vieles Lernen.

Iains künftige Frau, Sandra, ist in der DDR aufgewachsen. Sie ist von Kindesbeinen an mit Thälmann bekannt, nicht nur weil sie selbst Thälmann-Pionierin war. Sie hat gelernt, dass es Thälmann und seine Partei war, die bereits vor den Keimen des Faschismus warnten: "Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!" Aber Thälmann wurde nicht gehört, die Gefahr nicht erkannt. Insbesondere das deutsche Bürgertum hat Schuld auf sich geladen, als sich ihre Mehrheit 1933 mit wehenden Fahnen der Nazipartei und ihren Staat anschloss. Sandra war von dieser Weitsicht, aber auch von der Stärke dieses Mannes beeindruckt, den Kerker, Folter, Isolationshaft nicht brechen konnten. Sandra sagte hierzu: "Für mich war und ist Ernst Thälmann ein Held. Ein Held der nicht nur verdient, geehrt zu werden, sondern der auch ein Vorbild ist. Für mich und viele andere."

So liegt es Nahe, dass sich diese beiden liebenden Menschen vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin trauen lassen. Als Zeichen einer Ehrung von Ernst Thälmann und als Zeichen internationaler Solidarität, gerade auch angesichts andauernder Schmäh- und Diffamierungswellen gegen Thälmann und das ihm gewidmete Denkmal in Berlin-Prenzlauer Berg.

Vorstand
des Freundeskreises "Ernst-Thälmann-Gedenkstätte" e. V., Ziegenhals

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch Absenden des Kommentars erkläre ich mich einverstanden, dass meine eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit widerrufen kann. Der weitergehende Datenschutzhinweis für Kommentare befindet sich im Impressum.