Die Kinder- und Jugendspartakiaden waren ein fester Begriff in der DDR. Fast jedes Mädchen und jeder Junge, aber auch die Eltern, natürlich auch die im Sport tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen kannten die Spartakiadebewegung, die staatsrechtlich im Jugendgesetz verankert war.
Das Ziel war die Einbeziehung einer breiten Masse von Mädchen und Jungen in ein regelmäßiges Sporttreiben und die Findung der geeigneten jungen Sportlerinnen und Sportler für den Leistungssport.
Die meisten jungen Sporttreibenden waren auch irgendwie auf einer Austragungsebene der Spartakiaden beteiligt.
Im Jahr 1965 kamen erstmals die Kinder- und Jugendspartakiaden zur Durchführung. So gab es in diesem Jahr die Kreis- und Bezirksspartakiaden, folgend 1966 die zentrale Spartakiade. Generell standen die Kreis-Kinder- und Jugendspartakiaden jährlich im Wettkampfprogramm. Und zwar in den Wintersportarten im Februar (meistens in Kreisen mit entsprechenden Bedingungen) und im Juni in den Sommersportarten. Eine Teilnahmeberechtigung besaßen junge Sportlerinnen und Sportler im Alter von 6 bis 18 Jahren. Zuvor konnten sich die Besten bei den Vorwettkämpfen - den Spartakiaden in Sportgemeinschaften des DTSB und in Schulsportgemeinschaften sowie bei Bereichsspartakiaden - für eine Teilnahme auf Kreisebene ihren Startplatz erkämpfen.
Teilnehmer an Sommer-Kreisspartakiaden (Auswahl):
Jeweils im Wechsel mit den DDR-Spartakiaden fanden alle zwei Jahre die Bezirks- Kinder- und Jugendspartakiaden statt. Sie dienten der Ermittlung der besten Kinder und Jugendlichen in den Winter- und Sommersportarten - Alter in der Regel 10 bis 18 Jahre - und kamen in den Monaten Februar und Juli zur Austragung. Hier starteten die Sieger der Kreisspartakiaden sowie Aktive, die bestimmte Normen erfüllt bzw. sich über Kreisgruppenwettkämpfe (besonders in Sportspielen) qualifiziert hatten.
Teilnehmer Sommer-Bezirksspartakiaden (Auswahl):
Höhepunkte aller Spartakiadewettkämpfe stellten die Kinder- und Jugend-spartakiaden der DDR dar. Sie verkörperten die Leistungsschau des sportlichen Nachwuchses. Hier erhielten die Allerbesten eine Startberechtigung , wenn sie bestimmte allgemeine Leistungsnormative nachweisen konnten.
In jeweils fünf Winter- bzw. 19 Sommersportarten wurde gestartet.
Im Austragungsjahr der Turn- und Sportfeste der DDR (1977,1983,1987) gab es eine gemeinsame Austragung in Leipzig, - außer Wassersportarten, die in Berlin stattfanden.
Den Auftakt zu den Spartakiaden (Kreis, Bezirk, zentral) bildeten Eröffnungsveranstaltungen in Anlehnung an das olympische Zeremoniell.
Zum Abschluß erfolgte die Ehrung der besten Sportgemeinschaften, Kreis- bzw. Bezirksorganisationen. Bei den Spartakiaden erhielten die Sieger, Zweit- und Drittplatzierte Medaillen sowie Urkunden.
Die Vorbereitung und Durchführung der Kinder- und Jugendspartakiaden lag in den Händen der jeweiligen Spartakiadekomitees und ihren Organisationsbüros.
Alle Kinder- und Jugendspartakiaden - insgesamt als Spartakiadebewegung bezeichnet - waren ein bewährter gesamtgesellschaftlicher Prozeß mit dem Ziel, den Kinder- und Jugendsport umfassend zu entwickeln und damit einen bedeutsamen Beitrag zur allseitigen Bildung und Erziehung der Mädchen und Jungen zu leisten.
Sektorenleiter Kinder-und Jugendsport im Bundesvorstand des DTSB

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