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| Titelseite "Neues Deutschland" vom 2. August 1976 aus dem Zeitungsarchiv des DDR-Kabinett-Bochum e.V. |
Soziale Rahmenbedingungen, Trainingsfleiß und Treue zur olympischen Idee
Der Sport der DDR errang erst nach und nach internationales Ansehen, weil hervorragende Leistungen seiner Protagonisten trotz massiver Störversuche, angesichts der Alleinvertretungsanmaßung Bonns - kurz Hallstein-Doktrin genannt - sowie ständiger Interventionen der westdeutschen Sportführung errungen werden mußten. Auf der 90. Tagung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die 1985 in Berlin stattfand, würdigte dessen damaliger Präsident Juan Antonio Samaranch erstmals den bedeutenden Beitrag der DDR zur olympischen Bewegung und die Leistungen ihrer Sportler bei den Spielen.
Die Forderung "Sport für alle" war in der DDR zur Realität geworden. Das entsprach dem Prinzip des Sozialismus, Leistungsvermögen zu entdecken, zu entwickeln und zu fördern.
Im Geiste der olympischen Idee waren 1989 Verbände und Gremien des DDR-Sports als aktive Mitglieder in 92 internationalen Sportföderationen und -organisationen tätig. 129 seiner Repräsentanten hatten dort verantwortungsvolle Funktionen übernommen.
Der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) der DDR unterhielt Beziehungen zu nationalen Sportorganisationen in etwa 90 Ländern. Trainer und Experten unseres Landes förderten die Sportentwicklung in über 50 Staaten. An der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig wurden mehr als 2100 Sportkader aus 90 Staaten ausgebildet. Damit erfüllte die DDR ihre Verpflichtungen im Rahmen des Programms für Olympische Solidarität des IOC.
Besondere Aufmerksamkeit maß man im DDR-Sport der Entwicklung einer allseitig gebildeten, geistig und körperlich leistungsfähigen jungen Generation bei. Dieses Ziel stellte dem DTSB gemeinsam mit den Volksbildungsorganen sowie der Pionierorganisation und der FDJ die Aufgabe, Kinder und Jugendliche für eine regelmäßige sportliche Betätigung zu gewinnen. Es ging darum, ihnen Freude und Erholung bei Sport und Spiel zu vermitteln und im Trainingsprozeß mitzuhelfen, körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erwerben sowie wertvolle moralische Eigenschaften wie Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit, Mut und Einsatzbereitschaft zu entwickeln.
Die Anerkennung, die dem Sport in der DDR zukam, zeigte sich nicht zuletzt in den Leistungen bei der gesundheitlichen Betreuung der Athleten sowie in der prophylaktischen Medizin.
Auch die Trainingswissenschaft der DDR beantwortete wichtige Fragen. Sie betrafen vor allem die Trainierbarkeit menschlicher Leistungsfähigkeit. Niemals wurde der Sport dazu mißbraucht, in natürliche Schutzmechanismen des Sportlers gegen Überanstrengung "einzudringen".
Die wissenschaftliche Neubestimmung des Trainingsgegenstandes erfolgte zu Beginn der 60er Jahre. Ihm zufolge war nicht die internationale Integrations- und Konkurrenzfähigkeit Ziel der Entwicklung von Leistungskapazitäten, sondern Ergebnis des Wirkens sozialer Faktoren und der Förderung von Voraussetzungen sportlicher Leistungsfähigkeit, die von allgemeinen Theorien der Entwicklung menschlichen Leistungsvermögens ausgingen. Die DDR gehörte zu den wenigen Mitgliedsländern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die sich bei zunehmender Härte sportlicher Auseinandersetzungen und angesichts des Ringens vieler Länder um sportlichen Erfolg immer einer breiten Förderung des olympischen Sports verpflichtet fühlten. Eine Gleichsetzung von olympischem Sport mit anderen Sportarten im Programm der Spiele sowie eine Trennung von Massen- und Leistungssport fanden keinen Anklang.
1989 übten in der DDR 70.000 Kinder in Trainingszentren, 12.000 Heranwachsende besuchten die Kinder- und Jugendsportschulen, und 3500 Aktive gehörten als A- und B-Kader den Sportclubs an. Der Antrieb zum Erreichen des höchsten Niveaus wurde aus dem Bewußtsein des humanistischen Wertes sportlicher Spitzenleistungen (nicht zu verwechseln mit jetzt immer mehr zunehmenden mittelmäßigen Siegleistungen) geschöpft.
Als Trainer und Übungsleiter in einem Trainingszentrum vertraute ich dem Leistungswillen und Fleiß der Kinder und der hochmotivierten Sportler. Es ist nicht hinnehmbar, daß das humanistische Ideal des körperlich und geistig gebildeten Menschen - Hauptthema der sozialen Verantwortung des Sports - den Profitinteressen der kapitalistischen Industrie und millionenschwerer Finanzkräfte geopfert wird.
Manfred Wozniak, Meister des Sports, Erfurt
| Von Sportlern der DDR bei Olympischen Spielen errungene Medaillen | |||
|---|---|---|---|
| Winterspiele | Gold | Silber | Bronze |
| 1956 Cortina d'Ampezzo 1960 Squaw Valley 1964 Innsbruck 1968 Grenoble 1972 Sapporo 1976 Innsbruck 1980 Lake Placid 1984 Sarajevo 1988 Calgary |
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6
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| Sommerspiele | Gold | SiIber | Bronze |
| 1956 Melbourne 1960 Rom 1964 Tokio 1968 Mexiko-Stadt 1972 München 1976 Montreal 1980 Moskau 1988 Seoul |
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9
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40
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9
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