Harro Schulze-Boysen 
(2. September 1909 – 22. Dezember 1942)
„Der Stunde Ernst will fragen: hat es sich auch gelohnt? An Dir ist´s nun zu sagen: Doch! Es war die rechte Front“
Harro Schulze-Boysen kam aus bürgerlichem Elternhaus; sein Vater war Fregattenkapitän. Seit frühester Jugend ließ Harro Schulze-Boysen sich von dem humanistischen Ideal leiten, seinem Volke zu dienen. Eine Zeitlang glaubte er, im bürgerlich-nationalistischen Jungdeutschen Orden den rechten Platz gefunden zu haben. Er löste sich von ihm und gab kurz vor der Errichtung der faschistischen Diktatur die Zeitschrift „Gegner“ heraus. Als Jurastudent wohnte Harro Schulze-Boysen Anfang der dreißiger Jahre im Berliner Osten; hier lernte er auch das Leben der Arbeiter kennen und ihren Kampf besser verstehen.
Im April 1933 verboten die Faschisten die Zeitschrift „Gegner“, verhafteten Harro Schulze-Boysen und misshandelten ihn schwer. Einer seiner Mitarbeiter wurde in seiner Gegenwart ermordet. Als Harro Schulze-Boysen wieder frei war, suchte er nach einer Möglichkeit, den Nachstellungen der Gestapo zu entgehen.
Er entschloss sich, an einem Kursus der Verkehrsfliegerschule Warnemünde teilzunehmen. Da er den Lehrgang mit glänzenden Zeugnissen abschloss, erhielt er eine Anstellung in der Nachrichtenabteilung des Reichs-luftfahrtministeriums, wo er bis zum Oberleutnant aufstieg.
Die grausigen Erlebnisse bei seiner Verhaftung hatten in Harro Schulze-Boysen den Entschluss reifen lassen, mit aller Konsequenz gegen das volksfeindliche faschistische Regime zu kämpfen. Der kluge und energische Patriot, der mitreißende Überzeugungskraft ausstrahlte, sammelte einen ständig wachsenden Kreis von Hitlergegnern um sich. Schon Jahre vor Kriegsbeginn kam er mit Walter Husemann, Walter Küchenmeister und anderen kommunistischen Funktionären in Verbindung. Sie halfen ihm, besser die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge sowie die Gefahren zu erkennen, die die Kriegspolitik des deutschen Imperialismus heraufbeschworen, zugleich erhielt er in einer exponierten Stellung im Luftfahrtministerium einen Einblick in die Anstrengungen der UdSSR, den Frieden zu erhalten. Harro Schulze-Boysen versuchte alles, um diese Friedensbemühungen zu unterstützen. 1938 konnte er die sowjetische Botschaft über geheime Vorbereitungen von Aktionen der deutschen Faschisten im Gebiet von Barcelona informieren, durch die dem Freiheitskampf des spanischen Volkes schwerer Schaden zugefügt werden sollte.
Sorge um das Schicksal des deutschen Volkes bewog Harro Schulze-Boysen zu Beginn des Jahres 1941, die Sowjetunion selbstlos als Kundschafter zu unterstützen, um zur schnellen Beendigung des Krieges beizutragen und den beabsichtigten Überfall auf die UdSSR verhindern zu helfen, denn er war sich voll bewusst, dass ein solcher Überfall eine Katastrophe heraufbeschwören müsse. Seine Tätigkeit im Reichsluftfahrtministerium nutzend, informierte er über die Verstärkung der Luftaufklärung durch die deutsche Luftwaffe über sowjetischem Territorium seit Anfang 1941, übermittelte faschistische Pläne der Bombardierung von Leningrad, Kiew und Wyborg, unterrichtete über die Stärke der deutschen Luftwaffe bei Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion sowie über die Treibstofflage und die Konzentration chemischer Kampfstoffe in Deutschland und veranlasste die Übermittlung weiterer wichtiger Erkundungen an die UdSSR.
Vor Beginn des zweiten Weltkrieges hatte sich Harro Schulze-Boysen mit Dr. Arvid Harnack verbunden, der gleich ihm 1933 einen Kreis von Hitlergegnern aller Richtungen und Schichten leitete. Mit den führenden kommunistischen Funktionären Joh Sieg und Wilhelm Guddorf standen sie an der Spitze einer der größten Widerstandsorganisationen der ersten Jahre des zweiten Weltkrieges. In ihr wirkten Parteilose und die besten Vertreter der organisierten Arbeiterbewegung, führende kommunistische und sozialdemokratische Funktionäre, im Sinne einer antifaschistischen Volksfront. Die Anhänger von Harro Schulze-Boysen und Dr. Arvid Harnack hatten feste Kontakte zu Angestellten des Reichsluftfahrt-, des Propaganda- und des
Die grausigen Erlebnisse bei seiner Verhaftung hatten in Harro Schulze-Boysen den Entschluss reifen lassen, mit aller Konsequenz gegen das volksfeindliche faschistische Regime zu kämpfen. Der kluge und energische Patriot, der mitreißende Überzeugungskraft ausstrahlte, sammelte einen ständig wachsenden Kreis von Hitlergegnern um sich. Schon Jahre vor Kriegsbeginn kam er mit Walter Husemann, Walter Küchenmeister und anderen kommunistischen Funktionären in Verbindung. Sie halfen ihm, besser die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge sowie die Gefahren zu erkennen, die die Kriegspolitik des deutschen Imperialismus heraufbeschworen, zugleich erhielt er in einer exponierten Stellung im Luftfahrtministerium einen Einblick in die Anstrengungen der UdSSR, den Frieden zu erhalten. Harro Schulze-Boysen versuchte alles, um diese Friedensbemühungen zu unterstützen. 1938 konnte er die sowjetische Botschaft über geheime Vorbereitungen von Aktionen der deutschen Faschisten im Gebiet von Barcelona informieren, durch die dem Freiheitskampf des spanischen Volkes schwerer Schaden zugefügt werden sollte.
Sorge um das Schicksal des deutschen Volkes bewog Harro Schulze-Boysen zu Beginn des Jahres 1941, die Sowjetunion selbstlos als Kundschafter zu unterstützen, um zur schnellen Beendigung des Krieges beizutragen und den beabsichtigten Überfall auf die UdSSR verhindern zu helfen, denn er war sich voll bewusst, dass ein solcher Überfall eine Katastrophe heraufbeschwören müsse. Seine Tätigkeit im Reichsluftfahrtministerium nutzend, informierte er über die Verstärkung der Luftaufklärung durch die deutsche Luftwaffe über sowjetischem Territorium seit Anfang 1941, übermittelte faschistische Pläne der Bombardierung von Leningrad, Kiew und Wyborg, unterrichtete über die Stärke der deutschen Luftwaffe bei Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion sowie über die Treibstofflage und die Konzentration chemischer Kampfstoffe in Deutschland und veranlasste die Übermittlung weiterer wichtiger Erkundungen an die UdSSR.
Vor Beginn des zweiten Weltkrieges hatte sich Harro Schulze-Boysen mit Dr. Arvid Harnack verbunden, der gleich ihm 1933 einen Kreis von Hitlergegnern aller Richtungen und Schichten leitete. Mit den führenden kommunistischen Funktionären Joh Sieg und Wilhelm Guddorf standen sie an der Spitze einer der größten Widerstandsorganisationen der ersten Jahre des zweiten Weltkrieges. In ihr wirkten Parteilose und die besten Vertreter der organisierten Arbeiterbewegung, führende kommunistische und sozialdemokratische Funktionäre, im Sinne einer antifaschistischen Volksfront. Die Anhänger von Harro Schulze-Boysen und Dr. Arvid Harnack hatten feste Kontakte zu Angestellten des Reichsluftfahrt-, des Propaganda- und des
Reichswirtschaftsministeriums, zum Rassenpolitischen Amt, zur Reichsstelle für Arbeitsschutz, zum Oberkommando der Wehrmacht und zum Oberkommando der Kriegsmarine. Ihnen schlossen sich Schriftsteller, Künstler, Diplomaten, Offiziere, Journalisten, Professoren und Ärzte an. Mit ihnen arbeiteten viele Gruppen antifaschistischer Arbeiter in Betrieben zusammen, die unter der Leitung von Kommunisten standen. Fast alle Gruppen der Widerstandsorganisation verfolgten den Befreiungskampf des sowjetischen Volkes mit tiefer Sympathie. Aus nationaler und internationaler Verantwortung hielt es die Leitung der Organisation für ihre Pflicht, dem Sowjetstaat alle ihr bekannt werdenden Kriegspläne der Hitlerregierung mitzuteilen.
Große Verbreitung fand die illegale Zeitschrift „Die innere Front“, für die neben Harro Schulze-Boysen John Graudenz, Wilhelm Guddorf, Walter Husemann, Adam Kuckhoff, John Sieg und andere bedeutende Persönlichkeiten schrieben. „Die innere Front“ wandte sich in einigen Beilagen in anderen Sprachen auch an ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, um sie in die gemeinsame Front einzubeziehen. Regelmäßig schickte die Organisation Feldpostbriefe an die Front, in denen die Soldaten und Offiziere aufgefordert wurden, den Krieg für das verbrecherische System einzustellen. Hunderte Mitstreiter verbreiteten Flugblätter und Streuzettel in vielen Städten Deutschlands.
Am 31. August 1942 wurde Harro Schulze-Boysen verhaftet, wenige Tage später nahm die Gestapo seine Frau Libertas fest. Harro Schulze-Boysen, dessen Prozess vom 15. bis 19. Dezember 1942 stattfand, blieb aufrecht bis zu seinem Ende. In der Todeszelle schrieb er die Worte nieder: „Der Stunde Ernst will fragen: Hat es sich gelohnt? An dir ist´s nun zu sagen: Doch! es war die rechte Front.“
Harro und Libertas Schulze-Boysen traten im Zuchthaus Berlin-Plötzensee den Gang zur Richtstätte an. Am gleichen Tag starben der Arbeiter Hans Coppi, der Journalist John Graudenz, Dr. Arvid Harnack, Horst Heilmann, der Botschaftsrat Rudolf von Scheliha, der Arbeiter Kurt Schulze, das Künstlerehepaar Elisabeth und Kurt Schuhmacher und die Journalistin Ilse Stöbe. Sie gaben ihr Leben für die Befreiung vom Joch des faschistischen Imperialismus.
Große Verbreitung fand die illegale Zeitschrift „Die innere Front“, für die neben Harro Schulze-Boysen John Graudenz, Wilhelm Guddorf, Walter Husemann, Adam Kuckhoff, John Sieg und andere bedeutende Persönlichkeiten schrieben. „Die innere Front“ wandte sich in einigen Beilagen in anderen Sprachen auch an ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, um sie in die gemeinsame Front einzubeziehen. Regelmäßig schickte die Organisation Feldpostbriefe an die Front, in denen die Soldaten und Offiziere aufgefordert wurden, den Krieg für das verbrecherische System einzustellen. Hunderte Mitstreiter verbreiteten Flugblätter und Streuzettel in vielen Städten Deutschlands.
Am 31. August 1942 wurde Harro Schulze-Boysen verhaftet, wenige Tage später nahm die Gestapo seine Frau Libertas fest. Harro Schulze-Boysen, dessen Prozess vom 15. bis 19. Dezember 1942 stattfand, blieb aufrecht bis zu seinem Ende. In der Todeszelle schrieb er die Worte nieder: „Der Stunde Ernst will fragen: Hat es sich gelohnt? An dir ist´s nun zu sagen: Doch! es war die rechte Front.“
Harro und Libertas Schulze-Boysen traten im Zuchthaus Berlin-Plötzensee den Gang zur Richtstätte an. Am gleichen Tag starben der Arbeiter Hans Coppi, der Journalist John Graudenz, Dr. Arvid Harnack, Horst Heilmann, der Botschaftsrat Rudolf von Scheliha, der Arbeiter Kurt Schulze, das Künstlerehepaar Elisabeth und Kurt Schuhmacher und die Journalistin Ilse Stöbe. Sie gaben ihr Leben für die Befreiung vom Joch des faschistischen Imperialismus.
Karl Heinz Biernat / Luise Kraushaar
Die Schulze-Boysen-Harnack-Organisation im antifaschistischen Widerstand - Berlin 1970, S.45- 48.
Die Schulze-Boysen-Harnack-Organisation im antifaschistischen Widerstand - Berlin 1970, S.45- 48.
(Das Buch wurde vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED anlässlich des 25. Jahrestages der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus herausgegeben.)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Durch Absenden des Kommentars erkläre ich mich einverstanden, dass meine eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung jederzeit widerrufen kann. Der weitergehende Datenschutzhinweis für Kommentare befindet sich im Impressum.