Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen schönen 7. Oktober, ganz gleich in welcher Art und Weise sie diesen Tag auch begehen mögen. Wir werden jedenfalls auch in Zukunft die Erinnerung an die Deutsche Demokratische Republik wach halten. Trotz alledem!
Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.
Gerade haben wir den 3. Oktober 1990 als „Nationalfeiertag der BRD“, den 22. Jahrestag der konterrevolutionären Vereinigung von DDR und BRD als Nicht-Feiertag hinter uns gebracht, da erinnern wir uns mit Verstand und mit Herz an die Gründung der DDR, unsere sozialistische Heimat.
Das war, ist und
bleibt ein historisch prägendes Ereignis – vor allem deshalb, weil in Gestalt
der DDR zum ersten Mal in der Geschichte unseres Volkes ein Staat auf deutschem
Boden entstanden war, von dem niemals wieder ein neuer Krieg ausgehen würde. Und
dies gerade deswegen, weil nunmehr nicht Imperialismus und Militarismus die
Regierungsgewalt ausübten, sondern eine antifaschistisch-demokratische und
schließlich sozialistische Arbeiter- und Bauernmacht die Regierung
innehatte.
An dieser Stelle
charakterisieren wir diese Tatsachen zum wiederholten Male mit einem Zitat aus
dem seit 2007 gültigen Programm der KPD, wonach „die Deutsche Demokratische
Republik das Beste war, was die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung in ihrer
Geschichte bislang hervorgebracht“ und gestaltet hat. „... eine Meisterleistung
in der umfassenden Interessenvertretung der Werktätigen in der DDR.“
Wir haben vom
Handeln der gesamten deutschen Arbeiterbewegung gesprochen. Damit ist gemeint,
daß nicht nur die Teilnehmer am FDJ-Fackelzug 1949 die Gründung der DDR als ihr
Werk betrachtet haben. Daran waren ebenso viele und abermals viele Genossen aus
der Max-Reimann-KPD und zahllose Sympathisanten beteiligt, ebenso die in der BRD
lebende und kämpfende Jugend aus der FDJ West.
Auch die damaligen
BRD-Bürger als Helfer der Aktionen „Frohe Ferientage in der DDR“ für alle
BRD-Kinder zählen dazu, und bei weitem nicht zuletzt sozialdemokratische und
christliche Arbeiter- und Gewerkschaftsfunktionäre, Betriebsräte und
Vertrauensleute aus westdeutschen DGB-Gewerkschaften und Aktivisten aus der
BRD-Friedensbewegung.
In diesem
Zusammenhang sind übrigens ebenfalls die Verständigung und die Zusammenarbeit
zwischen den Gewerkschaftsbünden FDGB und DGB gewachsen, die vor allem während
der „Gesamtdeutschen Arbeiterkonferenzen“ zur Zeit der „Leipziger Messen“
aktuell und wirksam waren. Wir betonen dies besonders im Sinne einer Antwort an
jene Vorstandsleute in der Zentrale und in den jeweiligen Landesvorständen der
Partei „Die Linke“, aus den Reihen der vormaligen PDS, die sich kürzlich
öffentlich gegen ihre Mitgliedsgenossen innerhalb der Alt-BRD wandten und mehr
Respekt, Anerkennung und Führungsansprüche forderten. Dahinter verbarg sich aber
allein die Forderung nach Anerkennung und Befolgung des politischen Reformkurses
der sogenannten Realos in der Linkspartei. Das sind im Grunde jene Leute, die
gegen das in Göttingen beschlossene Parteiprogramm opponieren und somit für eine
Sozialdemokratisierung der Partei „Die Linke“ stehen.
Von daher ist es
nicht weit bis zur Duldung – und teils sogar bis zum Mittun – in den
antikommunistischen Verleumdungskampagnen gegen die DDR. Die in den 1990er
Jahren vom damaligen Justizminister Klaus Kinkel verkündete Delegitimierung der
DDR wird nunmehr selbst von eben noch aktiven DDR-Führungskadern in der Partei
„Die Linke“ mitgestaltet und unterstützt. Schabowski war einer ihrer Vorreiter.
Heute kann man konstatieren, daß die Delegitimierung der DDR bisher nicht so
richtig gelang. Die DDR steht beim Klassenfeind in der Alt-BRD und ihren
Ost-Verbündeten aus der DDR noch immer in Rede. Solange man antikommunistische
Gruselpropaganda verbreitet, erntet man nicht nur im Osten, sondern auch im
Westen Widerspruch und Ablehnung. Auf die Dauer kotzt es die Leute an, immer
wieder – Kampagne auf Kampagne – mit der zur Totmacherei mutierten
antikommunistischen Hetze belästigt zu werden.
Das hätte selbst
„unser“ ehemaliger Bundeskanzler Kohl nicht gedacht. Als man ihn eben erst aus
seinem Oggersheimer Verließ ans Licht zerrte und 30jähriges Kanzler-Jubiläum mit
ihm feiern wollte, da wurde sogar der Dicke mit der Gnade der späten Geburt so
platt wie seine Briefmarke, die übrigens kaum jemand kaufen will, wie dieser
Tage zu hören war.
Natürlich übersehen
wir dabei nicht, daß es auch in den „neuen“ Bundesländern (was für ein
diskriminierendes Unwort) auch noch DDR-Eingeborene gibt, die alles, was schwarz
auf weiß gedruckt ist und in allen Medien als amtlich suggeriert wird, gläubig
in sich aufnehmen und verbreiten helfen. Allerdings ist genauso anderes zu
vernehmen. Da hört man dieser Tage die lancierte Meinung von ehemaligen
DDR-Bürgern: „Die DDR gibt’s doch seit 22 Jahren nicht mehr. Also keine
Aufregung und keinen Streit mehr darüber.“ In „seriösen“ Sendungen diskutieren
„geladene“ Persönlichkeiten über Politik und – wenn es um die DDR geht – meinen
sie: „Das Kapitel Geschichte der DDR ist für uns abgeschlossen. Damit brauchen
wir uns nicht mehr zu beschäftigen.“
Mit dieser
Auffassung könnten die Herrschaften aber daneben gegriffen haben. Daß sie sich
ja nicht täuschen. Man dürfte nämlich sonst fragen, warum die wackeren
Meinungsmacher und Manipulierer in den Konzernstuben mit Medienvertretern, jetzt
gerade wieder einmal mit den Filmemachern, so geschäftig wuseln? Filme wie
„Liebe kennt keine Grenzen“ oder „Es ist noch nicht vorbei“ oder „Geheimsache
Mauer“ oder „Der Turm“ füllen das Abendprogramm. Überall natürlich das MfS als
„die Stasi“ dabei – Dokumentationen, Dramen, Beziehungskisten usw., vielerlei
Genre werden benutzt. Da werden alle Register gezogen, dabei natürlich zum
„guten“ Überzeugungszweck das unmenschliche parteidiktatorische Unrechtsregime
der DDR ins rechte Licht stellend, wobei „rechts“ hier immer für faschistoid
stehen soll. Und wie niedlich menschelnd zudem bei allen Filmen die Mär von den
leidenden Schwestern und Brüdern in der Ostzone
durchschimmert.
Wir schließen uns
hierbei nicht den Versen des Liedes von den „Königskindern“ an. Die hatten
„einander so lieb. Sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu
tief.“ Für sie gab es ein trauriges Ende. Aber wer sollte da nicht gleich an die
„Mauer“ (richtiger antifaschistischer Schutzwall) denken, die den Weg zueinander
verbaute. Erinnern wir lieber an die Wirklichkeit. In unserem Buch „Wer wen?“
über den 13. August 1961 in der DDR haben wir nachgewiesen, daß es „eine
Sonderverordnung Nr. 43 des Bundesgesetzblattes“ gibt, womit eine
„Prisenordnung“ vom 28. August 1939 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1585) wie folgt
ergänzt wird. Deren Titel lautet: „Notverordnung zur Ergänzung der Prisenordnung
für den Fall eines bewaffneten Konflikts mit der Sowjetischen Besatzungszone
Deutschlands“. Im ergänzten Artikel 87a (2) heißt es wörtlich: „Dabei ist die
SBZ im Hinblick auf ihre Beteiligung an dem Konflikt auf Seiten der Gegner der
Bundesrepublik als F e i n d zu behandeln.“
Diese geheime
Notverordnung ist 1961 von der Bundesregierung in Kraft gesetzt worden.
Angesichts dieser Tatsache sollte doch das Bild von den armen Schwestern und
Brüdern endlich abgehängt werden. Noch mehr auch deshalb, weil beispielsweise
die Bürger im Rentenalter – die aus den „neuen“ Bundesländern kommen – noch
immer vergeblich auf die Angleichung ihrer Renten an das „Westniveau“ harren
müssen. Das ist ein Hohn auf die scheinheiligen Versprechungen von Kohl und
seinen Nachfolgern von dem frühlingshaften Blühen in den BRD-Ostregionen und dem
künftigen Wohlstand deren Bürger.
Wir sehen heute eine
tiefe soziale Spaltung in der gegenwärtigen Gesamt-BRD. Das betrifft nicht nur
die innere Beschaffenheit dieser Republik, sondern widerspiegelt sie
übergreifend im internationalen Gefüge Europas unter Dominanz der BRD in der
Europäischen Union (EU). Die Klassengegensätze zwischen Kapital und Arbeit
nehmen objektiv immer mehr zu und verschärfen sich. Subjektiv jedoch ist der
Antipode Arbeiterklasse im Grunde genommen seiner politischen Kampfkraft nach
kaum den Anforderungen gewachsen. So ist der Feststellung im "RotFuchs" vom
Oktober 2012 (S. 1) zuzustimmen, nach welcher wir es „mit einer nicht
revolutionären Situation zu tun (haben) ..., wobei das entscheidende Kriterium –
das Klassenbewußtsein der Arbeiter – in alarmierendem Maße
fehlt“.
Jüngstes Beispiel
hierfür ist der Beschluß des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB) vom 2. Oktober 2012, in dem es heißt: „Gute Arbeit, sichere Rente und ein
soziales Europa sind die politischen Anforderungen des DGB an die Parteien zur
Bundestagswahl 2013. Der DGB werbe weder für bestimmte Parteien und Koalitionen,
noch werde er Wahlempfehlungen aussprechen.“ So ist es verfaßt. Der
DGB-Vorsitzende Michael Sommer meinte dazu, „so sei es frühzeitig gelungen,
unsere inhaltlichen Erwartungen an eine Politik für die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer zu formulieren ... Niemand kann also behaupten, er oder sie habe
gar nicht gewußt, was uns am Herzen liegt.“
Was dazu wohl die
Gewerkschaftsmitglieder sagen werden? Dieser Beschluß bedeutet die
bedingungslose Kapitulation vor der volksfeindlichen Politik der vom
Monopolkapital gesteuerten Regierung Merkel und die freiwillige Unterwerfung
gegenüber den rabiaten Angriffen der erzkonservativen Machthaber in der Berliner
Regierungskoalition. Selbst das elementarste Existenzrecht, das Recht auf ein
Leben in Frieden – überhaupt nicht erwähnenswert von Seiten der DGB-Spitze. Wir
betrachten das als einen politischen Skandal, der nicht hinzunehmen
ist.
Und andererseits:
Die DDR soll auf ewig begraben sein? Nein, sie wird angesichts der jetzigen
Verhältnisse in der BRD lebendiger denn je werden. Wir werden ihr Erbe bewahren,
es hüten und in die Zukunft mitnehmen.

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